Auf Einladung von SGD-Nord-Präsident Uwe Hüser beleuchteten Professor Dr. Klaus Fischer von der Universität Koblenz-Landau, Professor Dr. Axel Hochkirch von der Universität Trier und Dr. Axel Schmidt von der bei der SGD Nord angesiedelten Oberen Naturschutzbehörde die Thematik. Die Experten aus Wissenschaft und Verwaltung zeichneten zunächst gemeinsam ein Bild der aktuellen Lage, erklärten dann, was nötig ist, um die Situation zu verbessern und was bereits dafür getan wird.
Der Biologe, Zoologe und Biodiversitätsforscher Klaus Fischer ging in seinem Vortrag auf den Zusammenhang zwischen Landwirtschaft und Insektenrückgang ein. Er erklärte, dass der Erhalt der Artenvielfalt abwechslungsreiche, vielfältig strukturierte Landschaften benötige. „Landwirtschaftlich extensiv genutzte und ungenutzte Flächen sind besonders wertvoll für Insekten“, so der Wissenschaftler der Uni Koblenz-Landau. Der Naturschutz in der Agrarlandschaft erfordere eine angemessene Honorierung von entsprechenden (durch die Landwirte durchgeführten) Maßnahmen, die sich unter anderem auch dadurch zeigen müsse, dass die Menschen bereit seien, angemessene Preise für Lebensmittel zu bezahlen.
Strategische Naturschutzplanung vonnöten
Umweltwissenschaftler Hochkirch erklärte, dass die durch den Menschen verursachten globalen Umweltveränderungen unter den Insekten Gewinner und Verlierer hervorbrächten. Als Beispiel für einen Verlierer nannte er etwa den Sumpfgrashüpfer, der der bei uns zu einem Großteil bereits ausgestorben sei. „Die Gewinner sind meist ökologisch nicht sehr anspruchsvoll, während die Verlierer hoch spezialisiert sind“, so der Forscher der Universität Trier. Mit einer strategischen Naturschutzplanung könne man das Aussterben von Arten verhindern. Wie Dr. Axel Schmidt verdeutlichte, spielt die SGD Nord bei der Planung und Umsetzung des Naturschutzes im nördlichen Rheinland-Pfalz eine tragende Rolle – etwa indem sie Maßnahmen, durch die Lebensräume und Ökosysteme erhalten bleiben und wiederhergestellt werden, fachlich begleitet und entsprechende Fördergelder bereitstellt.
Schmidt wies darauf hin, dass auch Naturschutzgebiete und Natura-2000-Gebiete Teil der Kulturlandschaft und daher ebenso wie diese von Schadstoffeinträgen und insbesondere vom Landschaftswandel betroffen seien. „Dies spiegelt sich in der Veränderung der Insektenfauna, insbesondere im Verlust der an spezielle Lebensraumtypen angepassten Arten in den Naturschutzgebieten wider“, erklärte der Experte der SGD Nord. Zur langfristigen Erhaltung ihrer Struktur und ihres ökologischen Wertes sei deshalb auch hier eine angepasste Erhaltungspflege durch Bewirtschaftung erforderlich. „Dies ist eine Pflichtaufgabe der Oberen Naturschutzbehörde“, so Dr. Schmidt.
Wer den Livestream verpasst hat, kann sich das Video von der Veranstaltung auch jetzt noch auf dem YouTube-Kanal der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord anschauen. Weitere Infos unter: www.sgdnord.rlp.de