Archivierter Artikel vom 30.07.2021, 08:43 Uhr
Cochem-Zell

Trotz Erntezeit: Landwirte aus dem Kreis Cochem-Zell helfen an der Ahr

Mit ihren schweren Maschinen wie Radladern, Minibaggern und Traktoren mit großem Anhänger gehörten auch Landwirte in der Region, vor allen an der Kreisgrenze wohnende, zu den ersten Helfern im Katastrophengebiet an der Ahr. Einer von ihnen: Hermann Kesseler aus Lutzerath. der zusammen mit einigen Kollegen zum Beispiel aus Düngenheim und Gillenfeld nicht gezögert hat, als die Not groß war. Und das wird sicher nicht das letzte Mal gewesen, dass es Hilfe von dieser Seite gibt.

Der Hunsrücker Landwirt Egon Thomas, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Cochem-Zell, lobt das Engagement der Kollegen.
Der Hunsrücker Landwirt Egon Thomas, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Cochem-Zell, lobt das Engagement der Kollegen.
Foto: privat

„Das Bild, dass sich uns dort bot, war ganz einfach erschreckend, kaum in Worte zu fassen“, schildert Kesseler seine ersten Eindrücke. Dass die Hilfe noch länger benötigt wird, ist keine Frage. Das war Kesseler und seinen Kollegen sofort klar. Kesseler erzählt von riesigen, etwa drei Meter hohen Schuttbergen am Straßenrand. „Wenn 100 Meter davon weggeräumt waren, konnte man wieder von vorn anfangen“, berichtet der Landwirt im Gespräch mit der RZ.

Der Hunsrücker Landwirt Egon Thomas, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Cochem-Zell, lobt das Engagement der Kollegen, zumal zur Zeit auch die Ernte eingefahren werden muss. Wer dennoch Zeit hat, hilft im Katastrophengebiet. Was jetzt schon klar ist: „An Futter für das Vieh wird es dieses Jahr bei uns nicht mangeln. Auch da können und werden wir auch sicher helfen“, betont Egon Thomas mit Blick auf die vergangenen beiden Jahres, als das Futter aufgrund der anhaltenden Hitze und Dürre knapp geworden war. Die Hilfe der Landwirte ist aufgrund der Fuhrparks, den sie aufgrund der Geräte vorhalten können, eine große Hilfe in den Gebieten. „Mit den Radladern können Fahrzeuge bis hin zu kleinen Transportern bewegt werden“, nennt Kesseler ein Beispiel. Jeder kennt die Bilder aus den Medien, wie viele Autos allein geborgen werden mussten. Nur ein Beispiel von vielen. Als „albtraumhaft“ bezeichnet der Landwirt die Bilder insgesamt, die er gesehen hat. Der 55-Jährige kann, wie so viele in dieser für die Menschen im Ahrtal kaum zu ertragenden Situation, nicht wegsehen.

Nicht zu helfen ist keine Option

Vorige Woche hatte er sich allerdings auch bessere Strukturen und eine gebündelte Organisation für die Einsätze gewünscht. Mittlerweile hat sich diesbezüglich vieles getan. Es kann noch gezielter geholfen werden. „Es war am Anfang natürlich auch kaum zu leisten, die Helfer in geregelte Bahnen zu leiten.“ Doch bei den Einsätzen der Landwirte in Ahrweiler hat das am ersten Flutwochenende geholfen, dass sie wussten, was sie wo tun sollten. „Das hilft den Helfern, denn wir wollten ja auch alle keine Zeit verlieren angesichts der Situation“, betont Kesseler. Für ihn ist es die größte Naturkatastrophe von Trier bis Erkelenz. Er wünscht sich, dass die Hilfe der Landwirte weitergehen wird. „Und das muss sie auch. Zusammenhalten“, sagt er, „ist jetzt wichtig. Aber auch eine gründliche Aufarbeitung der Geschehnisse“. Diese Bilder wird niemand je vergessen. Und nicht zu helfen ist keine Option. mix