Archivierter Artikel vom 19.11.2018, 10:44 Uhr
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Bullay

Serie Begräbniskultur: Wie die türkische Gemeinde Bullay um Tote trauert

60 bis 70 Mitglieder hat die türkisch-islamische Gemeinde in Bullay. 40 bis 50 leben in der Moseldorf selbst, die übrigen im Umland, erläutert ihr Dialogbeauftragter, Hüseyin Akin. Wenn ein Gemeindemitglied stirbt, ist es bislang so, dass dessen Bestattung in der Türkei erfolgt. Für die Älteren, die in den 1960er-Jahren als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, ist eben die Türkei ihre Heimat. Dort wollen sie auch beerdigt werden. Akin (33): „Die Jüngeren dagegen – auch ich – sagen, wenn sie einmal sterben, wollen sie in Deutschland beerdigt werden.“ Schließlich sollen Familie und Freunde sie möglichst oft am Grab besuchen können. Deshalb streben die türkisch-islamische Gemeinde und die Ortsgemeinde Bullay an, am örtlichen Friedhof ein Gelände für muslimische Bestattungen auszuweisen (siehe Zusatztext). Doch was macht die Begräbnis- und Trauerkultur des Islam überhaupt aus? Hüseyin Akin und Adem Ciftci, Imam der Gemeinde, geben Antworten, wobei Akin meist als Übersetzer fungiert.

Von David Ditzer Lesezeit: 4 Minuten