Archivierter Artikel vom 16.07.2021, 15:41 Uhr
Cochem-Zell

Mosel überwindet Schutzwände im Zeller Land – in Cochem sinkt der Pegel seit dem Vormittag wieder

Das Hochwasser an der Mosel kam mitten im Sommer höher als noch Anfang Februar dieses Jahres: Sowohl in Zell als auch in Alf schwappte die braune Brühe über die Schutzwände. In Zell war es am Donnerstagabend gegen 19 Uhr so weit, in Alf „ging es so gegen 1 Uhr los“, hält Ortsbürgermeisterin Miriam Giardini-Molzahn fest. In Cochem hatte das Wasser am Freitag um 10 Uhr seinen Scheitelpunkt erreicht (8,38 Meter), um 14 Uhr lag der Pegel schon wieder zehn Zentimeter tiefer. „Für Briedel rechnen wir in den nächsten Stunden damit, dass die Pumpen angeschaltet werden, um den Ort wieder leer zu pumpen“, sagt Markus Hensler, Wehrleiter der VG Zell, gegen 13.20 Uhr. Und er weist darauf hin, dass die Feuerwehren in den Moselgemeinen ungewöhnlich viele Fahrzeuge aus dem Wasser ziehen mussten – für eines in St. Aldegund kam die Hilfe zu spät.

Von David Ditzer

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Das Sommerhochwasser in Alf, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel. Dieses Mal überwand die braune Brühe die Schutzwand, die den Ortskern von Bach und Fluss abschirmt.

Miriam Giardini-Molzahn

Sommerhochwasser in der Moselstadt Zell am Freitag, 16. Juli.

Inge Faust

Sommerhochwasser in der Moselstadt Zell am Freitag, 16. Juli.

Inge Faust

Sommerhochwasser in der Moselstadt Zell am Freitag, 16. Juli.

Inge Faust

Sommerhochwasser in der Moselstadt Zell am Freitag, 16. Juli.

Inge Faust

Sommerhochwasser in der Moselstadt Zell am Freitag, 16. Juli.

Inge Faust

Sommerhochwasser in der Moselstadt Zell am Freitag, 16. Juli.

Inge Faust

Ein Sommerhochwasser wie dieses ist selbst Moselaner „etwas Besonderes“, sagt Bernhard Himmen, Bürgermeister der Ortsgemeinde Ediger-Eller. Zwar greifen grundsätzlich übliche Routinen, es wird geräumt, Barrieren werden errichtet, wo es Sinn hat, ufernahe Straßen gesperrt. „Wir hatten diesmal allerdings einen erheblichen Aufwand mit der Feuerwehr, den Campingplatz zu räumen.“ Erst am Donnerstagabend haben wir die letzten Campingwagen auf der Bundesstraße noch einmal zwischengesichert. Die Besitzer hatten sie zunächst dorthin gestellt – hoffend, dort würden sie vom Wasser verschont. Doch es kam anders.

Ähnliche Vorkommnisse schildert Wehrleiter Markus Hensler aus der VG Zell. „Die Anwohner kennen die Mosel und bringen ihre Autos rechtzeitig in Sicherheit.“ Bei einigen Gästen war das nicht so. Circa 30 Fahrzeuge mussten von den Wehren in den Moseldörfern aus dem Fluss geholt werden. „In St. Aldegund war eins schon so tief drin, dass wir es nicht mehr sichern konnten.“ Aber sonst habe es für die freiwilligen Feuerwehrleute eher die üblichen Hochwassereinsätze gegeben. In Zell gab es am Freitagmorgen einen etwas größeren Öleinsatz an der Mittelstraße hinterm Rathaus.

Doch auch dazu sagt Stadtbürgermeister Hans-Peter Döpgen: „Es ist nichts Dramatisches. Dort ist Öl in einem Hof ausgetreten.“ Dieses sei jedoch von einer Barriere gesichert. Sonst habe es nur kleinere Undichtigkeiten im Pumpensumpf der Stadthalle gegeben. Döpgen sitzt an diesem Vormittag im Wortsinne in einem Boot mit dem Cochem-Zeller Landrat Manfred Schnur, mit VG-Bürgermeister Karl Heinz Simon und der in Zell geborenen Landesfamilienministerin Katharina Binz. Sie verschaffen sich einen Eindruck von der Lage. Schließlich hatte die Mosel am Vorabend die Hochwasserschutzwand in Zell überwunden, nachdem sie ihren Höchststand in Trier (9,34 Meter) schon um 17.45 Uhr erreicht hatte.

Gegen 1 Uhr in der Nacht zu Freitag überwand sie dann auch die Schutzwand in Alf und flutete Teile des Ortskerns. „Momentan sinkt die Mosel wieder, aber sie sinkt sehr langsam“, konstatiert Ortsbürgermeisterin Giardini-Molzahn am frühen Freitagnachmittag. Sie ist dabei, einige Hilfsangebote zu organisieren und zu koordinieren – solche für Alfler von Alflern, aber auch auch von außerhalb, und auch Hilfen für Menschen im Katastrophengebiet Ahrweiler. Angesichts der unfassbaren Bilder von dort sagt die Alfer Ortsbürgermeisterin: „Bei uns ist zum Glück so weit niemanden etwas passiert.“ Die Feuerwehr habe beispielsweise lediglich einigen Menschen aus einem flutumschlossenen Hotel helfen müssen.

In den Zeller Moselgemeinden wappnet man sich schon am Freitagnachmittag für die Reinigungsarbeiten. In Zell beispielsweise sollen sie zwischen 17 und 18 Uhr so richtig losgehen. Diesmal ist es besonders wichtig, früh damit zu beginnen, sagt Wehrleiter Hensler. „Die Mosel bringt nämlich noch viel mehr Dreck mit als sonst.“ Schließlich hat der heftige Regen viel Schlamm von den Hängen und aus den Seitentälern hinabgespült. Das hebt auch Bernhard Himmen, der Ortschef von Ediger-Eller hervor. Und den Schmutz dürfe man nicht mit Frischwasser beseitigen, so eine Verfügung des Kreises.

Worüber sich Himmen zusätzlich Gedanken macht: In Seitentälern gab es einen „kleinen Hangrutsch“. Dessen Herr zu werden, könnte etwas aufwendiger werden. Am Ende aber trotzdem halb so schlimm, unterstreicht auch Himmen – und denkt ebenfalls an die desaströsen Bilder aus dem Raum Ahrweiler und aus weiteren Teilen von Rheinland-Pfalz.

Von unserem Redakteur David Ditzer