Archivierter Artikel vom 18.06.2021, 21:55 Uhr
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Beilstein

Erinnerungsorte schaffen: Beilsteins jüdische Tradition soll sichtbar sein

Über die verpasste Chance ärgert sich Rainer Vitz noch immer: Im Jahr 2019 starb das letzte noch lebende Kind des Beilsteiner Ehepaares Karl und Theresia Koppel in den USA, und zwar im Alter von 103 Jahren. „Wenn ich früher schon Kontakt zur Familie gehabt hätte, dann hätte ich mir eine Videokamera gepackt, wäre rübergeflogen und hätte sie interviewt“, sagt der Diplom-Sozialpädagoge, Historiker und Kunsthistoriker Vitz. Denn Karl und Theresia Koppel war das letzte Ehepaar jüdischen Glaubens, das zu Beginn des Jahres 1933 noch in Beilstein gelebt hatte, zusammen mit Karls Schwester Mathilde. Rassenwahn und Terrorherrschaft der Nationalsozialisten überlebten die drei letztlich nicht. Dass in Beilstein, dem Moseldorf, das die Koppels sehr liebten, wieder etwas an die jüdische Familie erinnert, daran arbeitet Rainer Vitz.

Von David Ditzer Lesezeit: 3 Minuten