Archivierter Artikel vom 15.07.2021, 12:23 Uhr
Cochem-Zell

Die Flutwelle an der Mosel kommt: Vorbereitungen in Cochem-Zell laufen, erste Straßen gesperrt

In allen Moselorten des Kreises Cochem-Zell bereiten sich die Menschen auf die nahenden Fluten der Mosel vor. Schon am Vormittag hat der Pegel in Trier dem Meldedienst zufolge die 9-Meter-Marke geknackt.

Foto: Inge Faust

Das verheißt auch fürs Cochem-Zeller Land nichts Gutes. Einige ufernahe Straßen sind schon am Vormittag gesperrt, etwa in Alf. In Zell musste die Feuerwehr auf Höhe des Alten Bahnhofs zwei Autos aus dem Wasser holen.

Am Donnerstagvormittag gegen 10.45 Uhr sagt die Alfer Ortsbürgermeisterin Miriam Giardini-Molzahn: „Wir sind gerade dabei, die Hochwassermauer zu schließen.“ Ein mobiler Teil des Hochwasserschutzes verläuft dort, am Zusammenfluss von Alfbach und Mosel, über diagonal über die Bundesstraße. „Wir bereiten uns auf das Schlimmste vor, hoffen aber noch dass es nicht ganz so schlimm kommt.“ Wobei die Wasserstandsmeldungen aus dem Raum Trier nichts Gutes erahnen lassen.

Schon wenig später sind der Kreisel und die Bundesstraße in Alf dann auch komplett gesperrt, berichtet Markus Hensler, Wehrleiter der VG Zell. Zudem treffe man in Zell Vorbereitungen, weil stark davon auszugehen sei, dass die Hochwasserschutzwand den Wassermassen der Mosel dort nicht standhalte und die Altstadt überflutet werden werde. „In Briedel erhöhen wir den Hochwasserschutz noch mit Sandsäcken, weil es dort vermutlich nur um einige Zentimeter gehen wird.“ Die Fähre im benachbarten Pünderich sichere man mit zusätzlichen Seilen. „Ansonsten müssen wir abwarten, wie sich die Lage entwickelt“, sagt Hensler.

Am Zeller Moselufer habe man zwei dort geparkte Autos, eines mit Berliner und eines mit Aachener Kennzeichen, mithilfe eines Abschleppdienste aus dem Gelände geholt, weil die Halter nicht aufzufinden gewesen seien. Vor allem in Nachbarkreisen haben kleinere Bäche, die über die Ufer getreten sind, massive Probleme bereitet. Was das angehe, habe man im Zeller Land bis dahin noch Glück gehabt, sagt Wehrleiter Hensler. Es habe nur kleinere, bei solchen Wetterlagen übliche Störungen gegeben, etwa umgestürzte Bäume auf Straßen.

Auch in der Kreisstadt Cochem haben am Vormittag in Ufernähe die Räumarbeiten begonnen. In der Bernstraße bauen Mitarbeiter des Bauhofes die Steganlage auf. Dort herrscht Gedränge, weil auch die Läden und Hotels und Cafés sich auf die Flut vorbereiten. Die Corona-Teststation der Kreisverwaltung muss genauso weichen wie die Teststation der Stadt auf dem Endertplatz. Letztere bauen Soldaten der Bundeswehr mit ab. dad