Archivierter Artikel vom 26.01.2022, 16:40 Uhr
Cochem

Apolloweg in Cochem: Trotz Räumung keine Freigabe

Schon seit vier Jahren ist das Teilstück des Apolloweges zwischen Cochem-Cond und Valwig gesperrt, eine Umgehung ist eingerichtet. Der Grund damals: ein Felssturz im Januar. Etwas Ähnliches ist vor einigen Tagen im Bereich des Cochemer Nikolausberges passiert. Hier ist eine Mauer eingestürzt. Dabei kamen zwar weder Menschen noch Weinstöcke zu Schaden, der Weg musste allerdings gesperrt werden – und das bleibt auch vorerst so, obwohl er inzwischen wieder geräumt ist.

Von Annika Wilhelm
Nach einem Felssturz ist der Apolloweg zwischen Cochem-Cond und Valwig bis auf Weiteres gesperrt.  Foto: Kevin Rühle
Nach einem Felssturz ist der Apolloweg zwischen Cochem-Cond und Valwig bis auf Weiteres gesperrt.
Foto: Kevin Rühle

Der Grund liegt nicht etwa darin, dass es zu gefährlich wäre, den Apolloweg an dieser Stelle zu passieren. Zwar überlegt die Stadt Cochem derzeit noch, ob noch eine Hangsicherung errichtet werden soll, aber das eigentliche Problem liegt bei jemand anderem, erklärt Walter Schmitz, Bürgermeister von Cochem: „Der Weg ist schon wieder geräumt, muss allerdings weiterhin gesperrt bleiben, weil ein Anlieger sich weigert, sein Teilstück freizugeben.“ Bis zur Saisoneröffnung im Frühjahr soll das Stück aber wieder begehbar sein.

Teilstück bei Brauselay weiterhin gesperrt

Wie lange das Teilstück zwischen Cochem-Cond und Valwig noch gesperrt ist, ist allerdings noch nicht klar. Im Januar 2018 polterten nahe der Muttergottes-Figur in der Brauselay einige tonnenschwere Gesteinsbrocken ins Tal, einige rollten sogar bis zur Landesstraße 98. Seitdem ist ein Abschnitt des Apolloweges gesperrt und eine Umleitung eingerichtet. Walter Schmitz, Bürgermeister von Cochem, erzählt: „Das geologische Landesamt, das damals dort war, hatte festgestellt, dass die Steine dort nicht springen, sondern quasi den Hang hinunterkullern und bis auf die Straße rutschen.“

Um Wanderer vor der Felssturzgefahr zu schützen, hat die Stadt Cochem, als Verantwortliche in Sache Verkehrssicherungspflicht, an der Stelle Fangzäune aufgebaut. Dieser Wall fängt seitdem herabstürzende Steine ab, was laut Schmitz gut funktioniert. „Nach unten will die Stadt aber auch noch Reben wieder aufbauen, um den Weinbergcharakter zu erhalten“, fügt Walter Schmitz hinzu.

Noch ist der komplette Weg jedoch nicht freigegeben: Dafür müsse die Stadt einen Gerichtsprozess abwarten, bei dem es um die Verkehrssicherungspflicht gehe. Zudem muss der Apolloweg wohl in dem derzeit gesperrten Bereich neu aufbereitet werden, da er durch Wildschweine zerstört wurde – „aber auch gerade am Anfang des Weges in Cond haben wir Probleme mit Schwarzwild“, sagt Schmitz. Der Bürgermeister hofft aber, dass der Weg bald wieder komplett freigegeben werden kann.

Von unserer Reporterin Annika Wilhelm

Der Weg ist schon wieder geräumt, muss allerdings weiterhin gesperrt bleiben, weil ein Anlieger sich weigert, sein Teilstück freizugeben.

Cochems Bürgermeister Walter Schmitz