Archivierter Artikel vom 18.01.2022, 17:34 Uhr
Zell

800 Jahre Zell: Stadt verschiebt die große Feier

Die Moselstadt Zell verlegt die ursprünglich für das erste Septemberwochenende geplante Feier ihres 800-jährigen Bestehens. Grund dafür sind die Unwägbarkeiten, die die Corona-Pandemie mit sich bringt. Das teilte Stadtbürgermeister Hans-Peter Döpgen (FWG) gegen Ende der jüngsten Stadtratssitzung mit.

Von David Ditzer
Die Moselstadt Zell verschiebt die für dieses Jahr geplanten Feierlichkeiten zu ihrem 800-jährigen Bestehen. Grund ist die Corona-Pandemie.  Foto: Rühle
Die Moselstadt Zell verschiebt die für dieses Jahr geplanten Feierlichkeiten zu ihrem 800-jährigen Bestehen. Grund ist die Corona-Pandemie.
Foto: Rühle

Das Gremium tagte am späten Montagnachmittag, wegen Corona zum ersten Mal in Form einer Onlinevideoschalte. Döpgen sagte: „Wir haben uns dazu entschieden, die Feier des 800-jährigen Stadtjubiläums um ein Jahr zu verschieben.“ Ein anderes wichtiges Fest hingegen, das Weinfest der Zeller Schwarze Katz, will die Stadt durchziehen – und es zugleich dazu nutzen, eine weitere Städtepartnerschaft per Unterschrift zu besiegeln.

Zu große Unsicherheit für 800-Jahr-Feier

Im Jahr 1022 begann der Bau der Zeller Stadtmauer, wobei das Recht dazu mit der Verleihung der Stadtrechte einherging, hielt Stadtchef Döpgen fest. Mit Festzug und üppigem Programm hätte die rund 4000 Einwohner zählende Moselstadt diesen runden Geburtstag im September feiern wollen. Organisatorisch und finanziell wäre dies mit enormem Aufwand verbunden, unterstrich Döpgen. Doch die Corona-Neuinfektionszahlen steigen derzeit wieder. „Und wir können nicht sicher sein, dass im September eine andere Situation gegeben ist“, führte Döpgen aus.

Ein solch großes Fest, zu dem möglichst viele Gäste aus nah und fern kommen sollen, unter Einhaltung womöglich strenger Abstands- und Hygieneregeln zelebrieren zu wollen, erscheint fragwürdig bis unvernünftig. Also folgt die Stadt in Absprache mit ihren Gremien der Devise „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“. Döpgen: „Die Zeller Stadtmauer wurde ja auch nicht an einem Tag errichtet. Man geht von einer Bauzeit von sieben Jahren aus.“ Nächster Anlauf also 2023.

Weinfest soll stattfinden

Anders sieht es fürs Weinfest der Zeller Schwarze Katz aus. Es soll vom 24. bis 27. Juni dieses Jahres gefeiert werden, „wenn auch in einem etwas kleineren Rahmen als sonst“, konstatierte Döpgen. Dass man es wegen der Rathausbaustelle der VG an der Schloßstraße und wegen des geplanten Uferumbaus diesmal im Umfeld des städtischen Rathauses austragen muss, ist vor dem Pandemiehintergrund sogar von Vorteil: Das Festgelände ist so gut abzugrenzen, die Eingänge sind kontrollierbar, erläuterte Döpgen. Und zur Not ließe sich ein derart kleiner dimensioniertes Fest einfacher absagen.

Mit dem Weinfest kombinieren will die Moselstadt Zell die Jumelagebesuche aus ihren Partnerkommunen Antoing (Belgien), Crépy-en-Valois (Frankreich) und Triptis (Thüringen). Die europäische Familie der Stadtgeschwister soll um die polnische Stadt Płonsk erweitert werden. Eine solche Partnerschaft abzuschließen, das hatte der Zeller Stadtrat schon in seiner Dezembersitzung beschlossen. Dabei hatte Stadtbürgermeister Döpgen hervorgehoben: „Die Freundschaft von Städten und ihrer Bürger ist der Grundstein für ein Völker verbindendes geeintes friedvolles Europa in Freiheit.“ Er fügte hinzu: „Unsere Partnerschaft mit Płonsk ist eine kleine Zelle im Organismus Europa.“

Die Ratsfraktionen wiederum hatten daran erinnert, dass es mit dem Abschluss der Partnerschaft allein nicht getan sei. Man müsse dieselbe auch mit Leben füllen. Im Sommer könnten beide Städte einen ersten Schritt in diese Richtung gehen. Eine Delegation um den Płonsker Bürgermeister Andrzej Pietrasik hat ihr Kommen zugesagt. Die Moselstadt Zell gehörte im Jahr 1957 zu den ersten fünf deutschen Städten, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine Partnerschaft mit anderen europäischen Städten begründete.

Unsere Partnerschaft mit Płonsk ist eine kleine Zelle im Organismus Europa.

Hans-Peter Döpgen (FWG), Stadtbürgermeister Zell