Archivierter Artikel vom 03.03.2021, 16:00 Uhr
Westerwald

Zweifel an der Ein-Haus-Lösung: Erwin Rüddel erneuert Kritik am Klinikneubau in Müschenbach

Rund um den geplanten Krankenhausneubau im Westerwald bleibt es wenige Tage vor der Landtagswahl unruhig. Jetzt stellt der CDU-Bundestagsabgeordnete Erwin Rüddel die gefundene Lösung infrage.

Hier soll das neue Krankenhaus an der B 414 entstehen.
Hier soll das neue Krankenhaus an der B 414 entstehen.
Foto: DRK

„Der von der DRK-Betreibergesellschaft und der Mainzer Landesregierung favorisierte Neubau eines Krankenhauses in Müschenbach, vor den Stadttoren von Hachenburg, wirft, wie ich der Vielzahl an mich gerichteter Äußerungen entnehmen kann, Fragen auf, die bislang weder von der Betreibergesellschaft noch von der Landesregierung klar beantwortet sind“, so der Christdemokrat in einer Pressemitteilung. Dabei gehe es insbesondere um die genaue Ausgestaltung des Hauses sowie um eine fundierte Kosten-Nutzen-Rechnung.

Mit der Stellungnahme: „Die Grundstücke sind gekauft, die notwendigen Beschlüsse gefasst, jetzt geht es zügig weiter“, komme die DRK-Betreibergesellschaft den Antworten auf die wichtigsten Fragen nicht nach. Auch im Blick auf Bestandssicherung bisheriger wohnortnaher und auch per ÖPNV relativ problemlos erreichbarer Krankenhäuser blieben die beiden „Vorantreiber“ des Krankenhausneubaus Antworten schuldig. „Ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass hier zugunsten von Interessen in Hachenburg Fakten zulasten meines Wahlkreises geschaffen werden sollen“, argumentiert Rüddel. Die Bevölkerung in der Region habe ein Anrecht auf Transparenz.

Bei persönlichen Gesprächen tauche immer wieder die Frage auf, ob es nicht effektiver wäre, in die bestehenden Krankenhäuser in Altenkirchen und Hachenburg zu investieren, um diese für die Zukunft fit zu machen. Da gerade das Krankenhaus in der Kreisstadt Altenkirchen in den vergangenen Jahren umfangreich modernisiert wurde, sei zu überlegen, ob man dort eine Etage aufstockt, um so dem Ziel einer verbesserten optimierten medizinischen Versorgung gerecht zu werden.

„Man muss“, so Rüddel, „in die ganze Planung neben den Kliniken Altenkirchen und Hachenburg auch die umliegenden Krankenhäuser, beispielsweise in Kirchen, in Asbach, das Verbundkrankenhaus Dierdorf-Selters und die Klinik in Dernbach, mit einbeziehen.“

Erwin Rüddel, der Vorsitzender des Gesundheitsausschusses im Deutschen Bundestag ist, befürchtet, dass der geplante Klinikneubau in Müschenbach in der vorgesehenen Konstellation wirtschaftlich nicht sinnvoll ist und bereits in wenigen Jahren ökonomisch unter Druck gerät. Zumindest sei das die Fachmeinung, die in Berlin und Mainz von Gesundheits- und Krankenhausexperten geäußert werde.