Archivierter Artikel vom 30.06.2021, 19:00 Uhr
Kreis Altenkirchen

Zur Rettung von Rehkitzen: Bund fördert zwei Drohnen

Mit zwei vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderten Drohnen haben die Hegeringe Flammersfeld und Hamm erste Erfolge bei der Rettung von Rehkitzen aus hohem Gras erzielt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Kreisjägerschaft Altenkirchen hervor. Im Hegering Betzdorf-Kirchen-Oberes Siegtal wird zudem bereits seit vergangenem Jahr dafür eine Drohne eingesetzt, die der Hegering mit Hilfe von Spenden aus eigener Kraft angeschafft hat.

Gerettet: Ein Kitz wurde im Bereich des Hegerings Hamm per Drohne aufgespürt. Foto:  Kreisjägerschaft
Gerettet: Ein Kitz wurde im Bereich des Hegerings Hamm per Drohne aufgespürt.
Foto: Kreisjägerschaft

Schon in den frühen Morgenstunden sind Rick Lehmann vom Hegering Flammersfeld und seine Helfer derzeit im Auftrag des Tierschutzes unterwegs. Mit Hilfe einer Drohne, die mit einer Wärmebildkamera ausgestattet ist, suchen sie die Wiesen nach Rehkitzen ab, um diese vor schweren Verletzungen oder im schlimmsten Falle vor dem Tod durch die modernen großen Mähmaschinen zu schützen.

„Im Gegensatz zu den Elterntieren bleiben die Jungtiere instinktiv im hohen Gras liegen und flüchten nicht bei drohender Gefahr. So werden sie leider häufig zum Opfer der Mähwerke. Da fast alle Landwirte gleichzeitig mähen, muss die Suche nach den Rehkitzen dementsprechend schnell gehen“ erklärt Günter Lindenpütz vom Hegering Hamm.

Die moderne Technik erlaubt es den Drohnen-Beauftragten der Hegeringe, die für diese Aktion extra einen Drohnen-Führerschein gemacht haben, innerhalb kurzer Zeit große Flächen abzusuchen. Schon bei den ersten Übungseinsätzen im Hegering Flammersfeld konnte so in drei Revieren zwei Rehkitze gerettet werden.

Künftig werden die Kitzrettungsgruppen, die weiterhin Wiesen auch auf herkömmliche Weise absuchen, so unterstützt. Im Hegering Hamm wurde die Suche von Tag zu Tag effektiver, da man lernte, die technischen Möglichkeiten besser einzusetzen. Vor allem das automatisierte Abfliegen von programmierten Flächen beschleunigt die Suche erheblich. Diese Flächen wurden in einer Bibliothek erfasst und stehen somit im kommenden Jahr wieder zur Verfügung. Insgesamt wurden neun Kitze in den Revieren im Hegering Hamm gefunden.

„Durch den Einsatz dieser modernen Technik können wir die Kitzrettung noch effizienter machen. Wichtig ist, dass Landwirte und Jäger an einem Strang ziehen“, erklären die beiden Hegeringleiter Theo Burchardt und Günter Lindenpütz übereinstimmend. „Aber auch private Hundebesitzer könnten in dieser sensiblen Zeit einen erheblichen Beitrag leisten, indem sie besonders vorsichtig sind und die Hunde an der Leine lassen.“

Wichtig ist es auch, dass Spaziergänger und Hundeführer gebeten werden, vermeintlich verlassene Rehkitze nicht durch Mitnahme zu „retten“ sondern die Tiere an Ort und Stelle zu lassen. Die Ricke kommt zurück zu ihrem Kitz. Sollte es durch Anfassen menschlichen Geruch angenommen haben, wird das Muttertier das Kleine möglicherweise verstoßen.

Gefördert wurde die Investition der Kreisjägerschaft Altenkirchen durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Gemeinsam mit den Hegeringleitern hat der Kreisgruppenvorstand im Vorfeld die Drohnen ausgesucht, die Förderung beantragt und dann die Ausrüstung bestellt. Durch die Kreisgruppe wurden die Drohnen auch versichert. „Grundsätzlich ist zu hoffen, dass auch im nächsten Jahr weitere Fördermittel zur Verfügung stehen, um die Kitzrettung weiter zu intensivieren“, so Heiner Nöllgen, Vorsitzender der Kreisgruppe Altenkirchen.