Archivierter Artikel vom 09.09.2020, 23:00 Uhr
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Kreis Altenkirchen

Verkehrsverbund: Mehr Abstand im Schulbus ist kaum möglich

Das Thema Schulbusbeförderung in Corona-Zeiten wird nicht nur politisch kontrovers diskutiert. Während die Landesregierung auf eine „Busbörse“ verweist – hier sollen die Kreise zusätzliche Fahrzeuge beantragen können, um die Situation vor Ort zu entzerren –, wird ein solches Angebot auch skeptisch gesehen. So hatte der Erste Kreisbeigeordnete Tobias Gerhardus im RZ-Interview mit unserer Zeitung das Problem angesprochen, wie man sieben Busse, die dem AK-Land rein rechnerisch zustünden, gerecht verteilen solle. Viele Eltern sind verunsichert, ob ihre Kinder überhaupt gefahrlos und ansteckungsfrei zur Schule kommen können. Nicht wenige holen deshalb das eigene Auto aus der Garage. Doch wie sieht der Bus-Alltag wirklich aus? Unsere Zeitung hat sich beim Verkehrsverbund Rhein-Mosel (VRM) umgehört, in dem auch der Kreis Altenkirchen organisiert ist. Die mehr oder weniger überraschende Antwort: Die Schüler verhalten sich weitgehend diszipliniert in den Schulbussen. So lautet jedenfalls die Rückmeldung der 42 Verkehrsunternehmen im VRM, wie Geschäftsführer Stephan Pauly mitteilt. „Das Thema beschäftigt uns nur unterschwellig, da wir keine Beschwerden in dieser Richtung haben, lediglich sehr vereinzelte Hinweise“, so Pauly. Wenn es hier und da mal Einzelfälle gibt, würde er das auf keinen Fall zum Regelfall erheben oder daraus ein generelles Problem machen wollen. So wie Pauly es sieht, kapriziere sich dennoch die öffentliche Wahrnehmung stark auf den ÖPNV, was er sehr bedauerlich findet.

Von Judith Schumacher Lesezeit: 3 Minuten