Kreis Altenkirchen

Tabak und Schnaps für Jugendliche: Präventive Testkäufe im AK-Land zeigen Fehlverhalten

Zwischen 20 und 60 Prozent der Einzelhandelsbetriebe nehmen es scheinbar mit dem Jugendschutz nicht ganz so genau. Das ergaben Testkäufe in den Verbandsgemeinden Altenkirchen-Flammersfeld und Betzdorf-Gebhardshain.

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Foto: picture-alliance/ dpa | Karl-Josef Hildenbrand

Mehr als die Hälfte

So schickte etwa die Ordnungsbehörde der VG Altenkirchen-Flammersfeld in der vergangenen Woche eine jugendliche Person als Testkäufer los. Die Maßnahme wurde durch die Polizeiinspektion Altenkirchen und durch das Kreisjugendamt begleitet. Ziel solcher regelmäßigen, präventiven Testkäufe ist es, im besten Fall den Verkauf von Tabakwaren und hochprozentigem Alkohol an Minderjährige zu verhindern. Insgesamt wurden bei 60 Prozent des getesteten Einzelhandels (Tankstellen, Lebensmitteldiscounter, Kioske) Verstöße festgestellt.

Da die Testkäufe jeweils unverzüglich aufgelöst werden und mit den Gewerbetreibenden erörtert werden, dient dies laut Verbandsgemeinde der Sensibilisierung. Bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz drohen nicht nur dem Verkaufspersonal, sondern auch dem Betreiber empfindliche Bußgelder.

Beteiligte sensibilisieren

Weniger Auffälligkeiten ergaben sich bei Testkäufen in der Verbandagemeinde Betzdorf-Gebhardshain. Eingebunden in die Einkaufstour einer jugendlichen Verwaltungs-Auszubildenden waren dort Beamte der Polizeiinspektion Betzdorf (Sachgebiet Jugend) und des Kreisjugendamtes. Die junge Dame versuchte zu diesem Zweck, in verschiedenen Lebensmittelmärkten und Tankstellen Zigaretten und hochprozentige alkoholische Getränke zu erwerben.

Das Ergebnis laut einer Pressemitteilung: Von 18 kontrollierten Geschäften kam es nur bei vier zur bußgeldbewährten Abgabe jugendschutzrelevanter Produkte. „Eine erfreuliche Bilanz“, resümierten die beteiligten Behörden. Die Jugendschutzkontrollen sollen das Verkaufspersonal des Einzelhandels und dessen Betreiber auf das Thema Alkohol- und Tabakausgabe an Minderjährige, vor allem in der bevorstehenden Karnevalszeit aufmerksam machen. red

Archivierter Artikel vom 31.01.2023, 11:44 Uhr