Archivierter Artikel vom 21.01.2022, 12:00 Uhr
Freudenberg

Spatenstich ist erfolgt: Startschuss für Bau der neuen Pflegeeinrichtung in Freudenberg

Die Aufbruchsstimmung war am Montag bei allen Beteiligten deutlich zu spüren und verlieh dem „ersten Spatenstich“ den nötigen Schwung. Dieser traditionelle Auftakt zum Baubeginn galt dem großen Neubauprojekt „Wohnen und Pflege am Wald“ der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort. Wie bereits vor einiger Zeit berichtet, entsteht in unmittelbarer Angrenzung an bereits bestehende Friedenshort-Gebäude eine Pflegeeinrichtung mit insgesamt 80 Plätzen.

Mit dem Spatenstich startet die Umsetzung des Neubauprojektes der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort in Freudenberg.
Mit dem Spatenstich startet die Umsetzung des Neubauprojektes der Stiftung Diakonissenhaus Friedenshort in Freudenberg.
Foto: Henning Siebel

In seiner Begrüßung der Gäste erinnerte Kaufmännischer Leiter Götz-Tilman Hadem an die anfänglichen Gespräche vor rund zwei Jahren: „Die vielen Anfragen von Menschen nach Pflegeplätzen im Friedenshort, aber auch die sehr positive Resonanz seitens der Stadt Freudenberg und der Bürgermeisterin Nicole Reschke haben uns für dieses Vorhaben sehr ermutigt.“

Sein Dank galt den vielen internen und externen Planungsbeteiligten, den ausführenden Firmen, der Bank für Kirche und Diakonie und vor allem dem Architekturbüro Halbach für die Bau- und Projektplanung. Besonders dankte Hadem den Friedenshort-Diakonissen für alles Mitdenken, das große Interesse und das Begleiten des Vorhabens im Gebet. Denn mit dem Dienst an Menschen, die in unterschiedlicher Form auf Hilfe angewiesen seien, führten die Schwestern den Grundgedanken der Friedenshort-Gründerin Eva von Tiele-Winckler fort, das eigene Leben der Nächstenliebe zu widmen.

Die geplante Pflegeeinrichtung stelle eine gute Ergänzung der bisherigen Arbeitsfelder der Jugend- und Eingliederungshilfe dar, sagte Hadem. Mit einem Psalmwort verband er zudem den Wunsch, dass die Arbeiten in guter Weise und unfallfrei erfolgen mögen und auch der Geist spürbar werde, der bislang bereits prägend für den Friedenshort sei: „Glück auf unter Gottes Segen!“

Mit dem Liedvers „Komm bau ein Haus, das uns beschützt“ begrüßte Pfarrerin Ute Riegas-Chaikowski die Gäste. Verwirklicht werden soll ein Projekt, das den Menschen mehr biete als nur pflegerische Hilfe, das zu einem tatsächlichen Zuhause werde und dem diakonischen Anspruch gerecht werde, ein gutes Leben wahr werden zu lassen. „Uns hat dabei der Gedanke bewegt, wie wir eigentlich selbst gerne leben würden, wenn die Kräfte nachlassen und die Geburtstagskerzen immer zahlreicher werden“, betonte Riegas-Chaikowski.

Anhand etlicher Lebenswünsche für das Alter verdeutlichte sie die Grundidee der Kombination aus Individualität und Gemeinschaft, aus Selbstbestimmtheit und Inanspruchnahme von Hilfe, die das pflegerische Konzept umfasst: „Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass hier ein Haus entsteht, in dem bis zum letzten Atemzug gelebt wird, umgeben von Wertschätzung und Respekt sowie der Liebe, die wir Gott nennen!“

Ideale Lage stellt gesellschaftliche Teilhabe sicher

Oberin Schwester Christine Killies brachte zur Begrüßung einen Vers aus Sprüche 24 mit: „Durch Weisheit wird ein Haus gebaut, durch Verstand wird es erhalten.“ Die neue Pflegeeinrichtung möge ein Haus werden, in dem sich Menschen geborgen fühlen und ihren Alltag als etwas Positives erfahren, so der Wunsch der Oberin. Gerade auch für ältere Menschen da zu sein, stehe in der Tradition von Friedenshort-Gründerin Mutter Eva, die sich von Anbeginn um Menschen jeden Alters gekümmert habe. Schwester Christine dankte allen, die sich mit viel Weisheit und Verstand in die Planungen eingebracht haben: „Der größte Dank gilt aber unserem Gott, weil wir immer wieder erfahren haben, dass ohne seinen Segen gar nichts geht.“

Für den Kreis Siegen-Wittgenstein überbrachte stellvertretender Landrat André Jung Grüße. Dabei erinnerte Jung an das Ausschreibungsverfahren des Pflegebedarfsplans und die darin skizzierte Unterversorgung an Pflegeplätzen für das Gebiet der Stadt Freudenberg. „Mit Ihrem Konzept und dem jetzigen Baubeginn haben Sie wirklich Macherqualitäten bewiesen“, galt sein Dank den Verantwortlichen des Friedenshortes.

Neben der Konzeption überzeuge auch der ideale Standort, der gesellschaftliche Teilhabe ermögliche. „Für mich ist das heute ein sehr ermutigender Tag“, betonte Freudenbergs Bürgermeisterin Nicole Reschke. Denn mit der Konzeption habe der Friedenshort gewissermaßen ihren Nerv getroffen, sie beinhalte genau das, was Stadt und Region brauchen. Sie freue sich, dass im Selbstverständnis des Friedenshortes die Hilfe für Menschen von Jung bis Alt gleichermaßen verankert sei.

„Diese Form von Gemeinschaft ist nicht nur Bestandteil von Konzepten, sondern bei meinen zahlreichen Besuchen spüre ich immer, dass es auch gelebt wird“, hob die Bürgermeisterin hervor. Wichtig sei auch, dass diese Gemeinschaft nicht in einer Begrenzung stattfinde, sondern dass die Öffnung und Teilhabe für die Stadt mitgedacht und bedacht wurde: „Das Vorhaben ist für uns eine große Bereicherung!“

Den Grußreigen schloss der ausführende Architekt Philipp Halbach ab, der einige Eckdaten des Projekts skizzierte. Dabei gelte die Maßgabe, sich an dem Leitgedanken orientierend einen Ort zu schaffen, an dem man zufrieden und in familiärer Atmosphäre sehr gerne leben möchte. Bauen gelinge nur in Form eines gemeinschaftlichen Projekts.

Leben in Hausgemeinschaft

Das Projekt „Wohnen und Pflege am Wald“ soll in der zweiten Jahreshälfte 2023 fertiggestellt werden. Die 80 Pflegeplätze sind aufgeteilt in acht Wohngruppen als stationäre Hausgemeinschaften.

Kennzeichnend ist die Verbindung von Leben in Gemeinschaft und Leben in Privatheit. 40 Plätze dienen der stationären Vollzeitpflege, zehn Plätze der solitären Kurzzeitpflege, zehn Plätze der sogenannten Jungen Pflege, also Menschen, die noch nicht im Seniorenalter sind. 20 Plätze werden für demenziell erkrankte Menschen vorgehalten.