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Oppertsau/Opperzau

Oppertsau oder Opperzau: Zwei Dörfer, aber eine Gemeinschaft

Von Rolf-Dieter Rötzel
Die Siegbrücke zwischen Oppertsau/Opperzau und Fürthen wurde im Jahre 1992 erneuert.
Die Siegbrücke zwischen Oppertsau/Opperzau und Fürthen wurde im Jahre 1992 erneuert. Foto: Archiv Rolf-Dieter Rötzel

In früheren Jahrhunderten kam es immer wieder vor, dass Grafen in Geldnot gerieten. Um dieser entgegenzusteuern, beschritten sie einen einfachen Weg – sie übereigneten Untertanen an benachbarte Herrschaften. So vollzog es auch Graf Johann III. von Sayn im Jahre 1374, als er die Grenzhöfe Bellingen, Hallscheid, Netershusen (Niederhausen), Ymhusen (Imhausen) und eben Opperzawe zeitweise an das Herzogtum Berg verpfändete.

Lesezeit: 3 Minuten
Der Vollzug der Pfändung von Opperzawe sei die erstmalige bis heute bekannte Erwähnung von Opperzau, bekundete Fürthens Ortsbürgermeister Michael Ryztki mit der Überreichung von Unterlagen gegenüber unserer Zeitung. Die politische Teilung von Opperzawe (Opperzau) geht auf historische und vor allem langwierige Gebietsstreitigkeiten zwischen dem Herzogtum Berg und der Grafschaft Sayn ...
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Programm zum Jubiläum

Samstag, 29. Juni:

  • ab 15 Uhr Kaffee und Waffeln, Programm der Kita Fürthen, Kutschfahrten, Bogenschießen, Torwandschießen, Freiwillige Feuerwehr Hamm, Hüpfburg,
  • ab 18.30 Uhr Festkommers mit Ehrungen, ab 20 Uhr Tanz mit der Band Rockses.

Sonntag, 30. Juni:

  • ab 10.30 Uhr Frühschoppen mit der Band Rockses, Spiel und Spaß mit der Kita Fürthen, Menschenkicker-Turnier mit „Stema“ und anschließender Preisverleihung. lez

Das geteilte Dorf

1604 wurde Opperzawe mit dem Abschluss des Siegburger Vergleichs geteilt und zu einem Grenzdorf. Ein Teil (Opperzau) gehörte fortan zu Nordrhein-Westfalen, der andere Teil (Oppertsau) zu Rheinland-Pfalz. Eine ähnliche Situation mit einem kuriosen Grenzverlauf gibt es auch in den beiden Nachbardörfern Niederhausen (Gemeinde Pracht) und Geilhausen (Gemeinde Windeck).

Der im Niederhausen geborene spätere Landtagsabgeordnete Hans Helzer „rannte“ über Jahrzehnte gegen die unsinnigen Grenzverläufe an – jedoch ohne Erfolg.

„Sieg-Stolz“ aus Opperzau

Über Deutschland hinaus bekannt wurde das Grenzdorf, als das Busunternehmen Marenbach mit Urlaubsfahrten touristische Attraktionen in Nachbarländern erkundete. Am 30. Juli 1938 wurde mit einer auf einem Lastwagen-Chassis aufgebauten Omnibuskarosserie das Busunternehmen von dem damals 21-jährigen Wilhelm Marenbach und dessen Ehefrau Elisabeth, einen Tag nach deren Eheschließung, gegründet.

Der Bus überstand die Kriegswirren, war danach allerdings nicht mehr fahrtüchtig. Es musste Ersatz her, doch woher. Aus einem ausgebrannten Hansa-Llooyd-Lazarettbus, einem Lebensmitteltransporter sowie einem Fiat mit Rechtslenker wurde dann auf dem guten alten Lkw-Unterbau mit großer handwerklicher Kunst ein neues Bus-Vehikel „gezimmert“. An den Seiten wurde, wie auch bei seinem Vorgänger, in großer Schrift „Sieg-Stolz“ aufgemalt. Auf der Fahrer- und Beifahrertür stand: „Wilh. Marenbach, Opperzau, Post Au/Sieg, Ruf Hamm 359“.

Kreis Altenkirchen
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