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Herdorf

Nach der Pandemie geht es erst einmal nach Spanien: Vater und Sohn bauen Lieferwagen zu Wohnmobil um

Von Johannes Mario
 Löhr
Bernd Schacht und sein Sohn Cornelius haben die Lockdowns für ein „Corona-Projekt“ genutzt – und einen VW Lieferwagen (Modell „Crafter“) zu einem Wohnmobil umgebaut.
Bernd Schacht und sein Sohn Cornelius haben die Lockdowns für ein „Corona-Projekt“ genutzt – und einen VW Lieferwagen (Modell „Crafter“) zu einem Wohnmobil umgebaut. Foto: Johannes Mario Löhr

So manche, eher introvertierte Leseratte dürfte die Lockdowns vielleicht sogar begrüßt haben. Bernd und Cornelius Schacht aus Herdorf indes ganz sicher nicht. Sie wissen nämlich: „Es gibt immer was zu tun.“ Und in Zeiten, die von Ausgangssperren, geschlossenen Sporthallen, Geschäften und Kneipen sowie von Kontaktbeschränkungen und Reiseverboten geprägt sind, können Menschen, die derart gewickelt sind, schnell mal einen Lagerkoller erleiden. Um dem vorzubeugen, schmiedeten Vater und Sohn im Herbst 2020 einen Plan: Sie würden die Phase des Stillstands sinnvoll nutzen, sich gemeinsam einem Herzensprojekt widmen – und einen VW Lieferwagen (Modell „Crafter“) zu einem Wohnmobil umbauen.

Lesezeit: 3 Minuten
Das nötige Know-how hat Cornelius. Schließlich arbeitet der 32-Jährige beim Biersdorfer Heizungs- und Sanitärfachbetrieb „Schacht und Brederlow“ im Vertrieb. Und auch mit der Praxis kennt sich der Herdorfer aus. Sein Vater Bernd, der das Unternehmen 1984 gegründet hatte, sowieso. Bernds Frau „Rosi“ gefiel der Plan der Männer auch. Wohl auch ...
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„Vom Lieferwagen zum Wohnmobil“ – Zahlen und Fakten

Bei einem VW „Crafter“ handelt es sich um das Lieferwagenmodell des deutschen Autoherstellers Volkswagen (VW). Die eigentlichen „Bauarbeiten“ begannen für Schachts Anfang Dezember. Bernd hatte den Lieferwagen von innen mehrfach ausgemessen und schon Möbelgruppen vorgebaut.

Dann folgte der Einbau der Heizung und die Anbringung der Solaranlage auf dem Dach. Anfang Februar galt es dann, die größte Hürde zu überspringen: Würde der Crafter die Wohnmobilzulassung in Hachenburg bekommen? Jawohl, hat alles geklappt! Bernd hat genau Buch darüber geführt, wann er welchen Arbeitsschritt mit Cornelius in die Tat umgesetzt hat. Aus den Aufzeichnungen geht hervor, dass der eingebaute Fernseher seit Februar funktioniert. Ende März haben Vater und Sohn das „Corona-Projekt“ erfolgreich abschließen können. Verreisen können zwei Personen darin. Und was hat der „fesche Hobel“ so alles zu bieten? „Hatta Dusche? Hatta, hatta. Und hatta Toilette? Hatta, hatta...“ 20 Mal kann das „große Geschäft“ dort verrichtet werden, ohne dass man den „Eimer“ leeren müsste. Das „kleine Geschäft“ läuft in ein anderes Becken. „Deshalb stinkt das auch alles nicht“, erklärt Bernd die Funktionsweise der Trockentrenntoilette. Der Duschtank fasst 100 Liter. Einige Waschvorgänge dürften also drin sein. In Summe hat das Projekt „Vom Lieferwagen zum Wohnmobil“ die Familie 18.500 Euro gekostet, Kaufpreis des Crafters, TÜV und Zulassung schon mit eingerechnet. Bernd setzt die Wohnmobilpreise in Relation: „Es gibt Wohnmobile, die kosten locker 80.000 Euro. Da ist dann aber letztlich kaum was drin. Cornelius ist jetzt für unter 20.000 Euro völlig autark in seinem Mobil.“ Bernd spielt mitunter auch auf die Tatsache an, dass das Wohnmobil mit einer Fotovoltaikanlage auf dem Dach ausgestattet ist. lör
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