Kreis Altenkirchen

Momentaufnahmen: Auch das hat sich 2021 ereignet

April

Der Wolf ist zurück: Isegrim spaltet die Gemüter. Während sich die einen darüber freuen, dass sich ein Rudel im Leuscheider Gebiet angesiedelt hat, macht vor allem ein Jungwolf den Tierhaltern zu schaffen.  Foto: Archiv: dpa
Der Wolf ist zurück: Isegrim spaltet die Gemüter. Während sich die einen darüber freuen, dass sich ein Rudel im Leuscheider Gebiet angesiedelt hat, macht vor allem ein Jungwolf den Tierhaltern zu schaffen.
Foto: Archiv: dpa

Wolf: Isegrim treibt weiter sein Unwesen im Kreis. Immer wieder gibt es Meldungen von Tierrissen im Kreis, die ersten in Birnbach und Ölsen Ende März dieses Jahres. Nachdem bestätigt ist, dass die Schafe und Heidschnucken durch einen Wolf, vermutlich aus dem Leuscheider Rudel, gerissen wurden, beginnt eine Diskussion darüber, ob der Wolf oder der schlechte Schutz der Nutztiere das Problem sei. Der Wolfsrüde GW1896m ist mit hoher Wahrscheinlichkeit für vier weitere Nutztierrisse, darunter ein bislang unbekannter, in der Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld verantwortlich, wie das Mainzer Umweltministerium unter Berufung auf das Senckenberg-Institut mitteilt. Der Einzelgänger, der nicht zu dem ansässigen Leuscheider Rudel gehört, hatte bereits Anfang und Mitte März in der Region Schafe gerissen, unter anderem in Berod und Höchstenbach.

Betrug: Von der Insolvenz der Bremer Greensill-Bank ist auch der Landkreis Altenkirchen betroffen. Einlagen in Höhe von 3,6 Millionen Euro, in den Jahren 2019 und 2020 als Termingelder angelegt, stehen für den Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) des Kreises Altenkirchen auf dem Spiel, seit die Bremer Greensill-Bank in die Pleite gerutscht ist. Doch als „versenkt“ betrachten die Zuständigen die Millionen noch lange nicht. In einem Pressegespräch Anfang machten sie deutlich, dass der AWB mit allen Mitteln und auf mehreren Ebenen darum kämpft, möglichst viel von dem Geld, das für die Nachsorge an der früheren Hausmülldeponie vorgesehen ist, zurückzuerhalten.

Mord: Ein 62-Jähriger steht unter dringendem Verdacht, am Abend des Ostermontags (Mitte April) seine Mutter durch gezielte Schläge mit einem Hammer vorsätzlich getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat gestern auf Anfrage der Rhein-Zeitung bestätigt, dass ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Totschlags gegen den Beschuldigten läuft. Nach RZ-Informationen hat sich die Tat in der Siegener Straße in Altenkirchen ereignet, doch Oberstaatsanwalt Dietmar Moll bestätigt nur, dass der Tatort im Kreis Altenkirchen liegt. Gegen den Beschuldigten wurde am Dienstag nach Ostern Haftbefehl erlassen. Er befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.

Naturschutz: Eine offizielle Entscheidung gibt es zwar Ende April immer noch nicht, aber ein mögliches Mediationsverfahren zur Zukunft des Stegskopfes rückt in greifbare Nähe. Dies ist das Ergebnis einer Sitzung des Kreisausschusses. Die Signale gehen in die Richtung, dass man versuchen will, die Nutzung von Lager und Naturerbefläche gemeinsam mit allen Beteiligten und Interessensvertretern ohne juristische Auseinandersetzungen zu regeln.

Prozess: Zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren wird am Amtsgericht in Betzdorf ein 33-jähriger Syrer verurteilt. Das Schöffengericht sieht es als erwiesen an, dass sich der Mann 2018 in Betzdorf und Umgebung an seinen Nichten, zur Tatzeit 14 und zwölf Jahre alt, vergangen hat. Im einzelnen wurde er wegen sexueller Belästigung, Nötigung, zwei Fällen von sexuellem Missbrauch der jüngeren Verwandten sowie wegen dreifachem sexuellen Übergriff unter Gewalt oder Gewaltandrohung verurteilt.

Tierisch: Gleich zweimal mussten tierischen Besuchern Ende April in Betzdorf und Kirchen geholfen werden: Zuerst hatte sich in Betzdorf im Bereich „Zum Rainchen“ eine Entenfamilie verirrt, die sich von da aus auf einen gefahrenvollen Fußmarsch ans Sieg- oder Hellerufer begaben – und sich dabei in der Innenstadt verirrten. Nach der Rettung durch Tierschützer verschwanden leider am darauffolgenden Tag die kleinen Küken. Nur einen Tag später musste die Feuerwehr in Kirchen ein Reh aus einem massiven Metallgeländer befreien, wo sich das Tier verklemmt hatte.

Mai

Medizin: Diese Nachricht dürfte wohl viele Familien mit kleinen Kindern in und rund um Altenkirchen freuen: Die DRK-Trägergesellschaft konnte eine Nachfolgerin für die seit Monaten erkrankte Kinderärztin Maria Reiz finden für die MVZ-Zweigpraxis in Altenkirchen. Damit, so die Zuständigen, entspanne sich die pädiatrische Versorgung in der Kreisstadt und deren Umland.

Literatur: Weitaus mehr als ein Appetitanreger war die Eröffnung der 20. Westerwälder Literaturtage – online ausgestrahlt aus dem Kulturwerk in Wissen. Hunderte Zuschauer verfolgten per Livestream, auf welchen literarischen Wegen sich Mariana Leky und Hanns-Josef Ortheil den skandinavischen Ländern näherten. Denn aufgrund der Einschränkungen, die sich im Vorjahr durch die Corona-Pandemie ergaben, gibt das Kultursommer-Motto „Norden“ auch diesmal die Richtung vor.

Bau: Was bereits seit Wochen unvermeidlich scheint, ist nun – vorbehaltlich einer abschließenden Entscheidung des Stadtrats – Gewissheit: Die Altenkirchener Stadthalle wird zum 31. Juli endgültig geschlossen, und sämtliche technische Anlagen werden stillgelegt. Dafür hat sich der Umwelt- und Bauausschuss am Donnerstag einstimmig bei Enthaltung der von der CDU entsandten Mitglieder ausgesprochen. In der derzeit laufenden städtebaulichen Voruntersuchung, die in ein integriertes Stadtentwicklungskonzept münden soll, wird das Szenario eines Abrisses der 1984 errichteten „Guten Stube“ der Kreisstadt berücksichtigt.