Archivierter Artikel vom 21.01.2022, 06:00 Uhr
Daaden

Mit wichtiger Aufgabe im Vorstand: Daadener Colin Haubrich ist Landesschülersprecher

Wer in den vergangenen Wochen aufmerksam die Nachrichten im SWR-Fernsehen verfolgt hat, dem ist ein junger Mann aus Daaden aufgefallen, der in Interviews Rede und Antwort steht. Colin Haubrich ist bei den Medien derzeit als Ansprechpartner gefragt, denn der Gymnasiast ist einer der Landesschülersprecher in Rheinland-Pfalz und im Vorstandsteam für den Bereich Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Von Claudia Geimer

Colin Haubrich aus Daaden gehört zum Team der Landesschülersprecher in Rheinland-Pfalz, und er ist auch Schülersprecher des Betzdorfer Gymnasiums, wo ihm der Erhalt der Bibliothek am Herzen liegt.
Colin Haubrich aus Daaden gehört zum Team der Landesschülersprecher in Rheinland-Pfalz, und er ist auch Schülersprecher des Betzdorfer Gymnasiums, wo ihm der Erhalt der Bibliothek am Herzen liegt.
Foto: Claudia Geimer

Delegierte aus weiterführenden Schulen im Lande haben den 17-Jährigen auf einer Versammlung in Mainz im November erneut in das 16-köpfige Gremium gewählt. Gleichzeitig ist Colin auch Schülersprecher des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Betzdorf-Kirchen.

„Ich möchte aktiv etwas machen und zwar in einer Position, in der man Kritik äußern kann“, sagt der Schüler der MSS 12 zu seiner Motivation, sich zu engagieren. Er möchte etwas verändern und bewegen für die Schüler in Rheinland-Pfalz, sagt er. Denn das Bildungssystem sei nicht perfekt, die Schulen weiterhin nicht optimal auf Szenarien wie Homeschooling oder Wechselunterricht vorbereitet: „Corona ist eine Belastung und kein Ende in Sicht.“

Bei den ersten Interviews sei es schon ein komisches Gefühl gewesen, sich selbst im Fernsehen zu sehen oder seinen Namen in den Zeitungen zu lesen, sagt er im Gespräch während einer Freistunde in der Schule. Auch an diesem Tag schreiben seine Mitschüler ihre Abiturarbeiten in der Aula. Es herrscht Maskenpflicht, was bei den Landesschülervertretern auf Unverständnis gestoßen ist.

„Wir haben im Vorfeld viele Mails von Abiturienten und auch Eltern aus ganz Rheinland-Pfalz bekommen“, berichtet Colin. Mit Maske zu schreiben, sei „total schwierig“, irgendwann lasse die Konzentration nach und das bei der entscheidenden Prüfung am Ende der Schullaufbahn.

„Mentale Gesundheit – hier muss etwas 
getan werden.“

Colin Haubrich (17), 
Landesschülersprecher 
aus Daaden

„Man hätte vor der Prüfung mit Tests arbeiten können“, meint der Schülersprecher, der in einem Jahr selbst über den Abituraufgaben brüten wird. Was danach kommt, steht noch nicht fest. „Es würde sich etwas in Richtung Politik anbieten“, meint der 17-Jährige, der sich langfristig durchaus auch ein Mandat als Bundes- oder Landtagsabgeordneter vorstellen könnte.

Als Studium komme für ihn etwas in Richtung Politik oder Sozialwissenschaften in Frage. Vor einigen Jahren ist der Daadener bereits als Klimabotschafter mit einem selbst gedrehten Kurzfilm über das Klima im Westerwald in den Fokus der Öffentlichkeit und der Medien gerückt, saß auf dem Sofa der SWR-Landesschau. Der Film wurde im Hachenburger Kino gezeigt.

Für sein Alter ist Colin schon sehr reflektiert, selbstbewusst, aber nicht überheblich. Auf dem politischen Parkett in Mainz bewegt er sich souverän, ob bei Treffen mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer oder den Landespolitikern. „Die Themen der Schülerschaft treffen schon auf Interesse“, sagt er und fügt wie ein alter Hase hinzu: „Man muss in den Gesprächen die Balance zwischen Kritik und Konsens finden.“ Selbstvertrauen schöpft der junge Mann aus seiner Familie und seinem Freundeskreis, die ihn unterstützen.

In seiner Freizeit engagiert sich Colin ehrenamtlich in der Jugendarbeit der evangelischen Kirchengemeinde Daaden, im THW-Ortsverband Betzdorf, und er spielt Schlagzeug im Musikverein Dermbach. Für die Schulen im Lande wünscht er sich, dass dem Thema mentale Gesundheit mehr Beachtung geschenkt wird. „Depressionen, Schlaf- und Essstörungen, hier muss was getan werden“, sagt er mit Nachdruck. Die Landesvertretung der Schülerschaft setzt sich deshalb für Schulsozialarbeiter, auch an Gymnasien, ein.