Archivierter Artikel vom 24.07.2019, 10:29 Uhr
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Kirchen

Lutherkirche in Kirchen: 2798 Orgelpfeifen erhalten den richtigen Klang

1957 wurde die Orgel in der Lutherkirche in Kirchen gebaut. Es ist eine der heute seltenen neobarocken Werkorgeln der deutschen Orgelbewegung, wie Manfred Schwartz, Leitender Orgelsachverständiger der evangelischen Kirche im Rheinland, gestern Nachmittag erläuterte. Die Orgel war in die Jahre gekommen. „Als ich sie 2011 begutachtete, da befand sie sich in einem bedenklichen Zustand“, so der Experte. Von heute aus gesehen, so Pfarrer Eckhard Dierig, hätte man vor rund 30 Jahren gesagt, die Orgel muss raus. Die wäre auf dem Müll gelandet. Es hätte eine neue Orgel gegeben. Zum Glück ist das in dem Fall nicht geschehen. So freut sich Schwartz, dass nun in der Lutherkirche bald wieder die restaurierte historische Orgel erklingen wird. „Wer den alten Klang vor dem Ausbau der Orgel kennt, der wird nun einen neuen Klang hören. Es klingt frischer“, so Schwartz. Aber dieses frischer hat nichts damit zu tun, dass man die Orgel im Klang modernen Hörgewohnheiten anpasst. Nein, man hat alle Orgelpfeifen restauriert und die größten Pfeifen erneuert. Nun wird Pfeife für Pfeife, es sind 2798, darunter rund 200 Holzpfeifen, gestimmt. Aber so gestimmt, wie es einmal nach dem Neubau der Orgel 1957/58 geklungen hat. Da muss sich der Intonateur Andreas Brehm heranarbeiten. Schwartz spricht von einem „Tuning der Pfeifen“.

Von Andreas Neuser Lesezeit: 2 Minuten