Weyerbusch

Klare Aussage von Präses Thorsten Latzel: Hunger ist himmelschreiende Sünde

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Die Gottesdienstbesucher im evangelischen Gemeindezentrum in Weyerbusch setzten den Lobpreis auch in Bewegung um. Mit dabei waren (von links) Michael Utsch, Vorsitzender des kreiskirchlichen Ausschusses für Ökumene, Eine-Welt- und Partnerschaftsarbeit, Superintendentin Andrea Aufderheide (Kirchenkreis Altenkirchen) und der Prediger des Festgottesdienstes, Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland. Foto: Petra Stroh

„Hunger ist kein Zufall, kein Schicksal, keine eigene Schuld. Hunger ist eine Waffe, ist Unrecht, ist himmelschreiende Sünde.“ Dies betonte der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, in seiner Predigt am ersten Adventssonntag. Er predigte zur landesweiten Eröffnung der 65. Spendenaktion von Brot für die Welt, diesmal im „Raiffeisen-Ort“ Weyerbusch.

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„Wandel säen“ – das Motto der diesjährigen Aktion von Brot für die Welt – passt für ihn stimmig zu den Ideen des Westerwälders Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der 1846/47 mit dem „Brotverein“ seinen Kampf gegen Hunger aufgenommen hat: „Weltweit leiden heute 800 Millionen Menschen an Hunger. Das ist jeder zehnte Mensch auf der Erde. Und das, obwohl wir Nahrungsmittel haben, um das Doppelte bis Dreifache der Weltbevölkerung zu ernähren. Es ist genug für alle da, wenn wir gerecht miteinander teilen“, unterstrich der leitende Geistliche der rheinischen Kirche.

„Am Umgang mit den Armen unserer Zeit entscheidet sich, wie wir mit Jesus Christus umgehen“, so der Präses. Zu Beginn der Adventszeit und des neuen Kirchenjahres appellierte Latzel daher: „Lasst uns miteinander teilen, anderen helfen, wo immer wir es können. Lasst uns Liebe leben, so wie Jesus Christus es uns als Herr und Bruder vorgelebt hat. Und dann getrost darauf vertrauen, dass Gott es zu einem guten Ende führt.“

In dem Gottesdienst stellte Sabine Portmann vom rheinischen Team Brot für die Welt stellvertretend eines der diesjährigen Projekte zur Förderung der Schulbildung in der Demokratischen Republik Kongo vor. Dies korrespondierte mit dem, was der Vorsitzende des heimischen Synodalausschusses für Ökumene, Eine-Welt- und Partnerschaftsarbeit, Michael Utsch, über Projekte im Altenkirchener Partner-Kirchenkreis Muku (Ostkongo) berichtete. Ein dauerhaft angelegtes Partnerschaftsprojekt in Muku unterstützt ebenfalls die Bildung.

Ein mittlerweile abgeschlossenes Projekt, der Brunnenbau zur Versorgung mit gesundem Trinkwasser und zur landwirtschaftlichen Nutzung, wurde von Brot für die Welt finanziell gefördert und vom Kirchenkreis über viele Jahre finanziell und personell unterstützt.

Eine weitere Parallele zum Kongo gab es im Gottesdienst mit Michel Sanya. Der aus Goma/Kongo stammende Musiker brachte viel „afrikanischen Schwung“ und Gemeinschaftsswing mit. Kreiskantorin Hyejoung Choi setzte an der Orgel die musikalischen Akzente zum Advent. Nach dem Gottesdienst nutzten die Mitwirkenden und Besucher die Gelegenheit, sich im nahe gelegenen Raiffeisen-Begegnungszentrum an Infoständen intensiver über die Arbeit von Brot für die Welt, die Partnerschaft des Kirchenkreises mit Muku, das Genossenschaftswesen Raiffeisens und über Eine-Welt-Handel zu informieren.

Daneben gab es musikalische Beiträge des Posaunenchors Birnbach und von Michel Sanya, wärmende Getränke und frisch gebackenes Backesbrot, für das die Backgruppe des Verkehrs- und Bürgervereins am frühen morgen den historischen Backes angefeuert hatte.