Siegen

In gemeinsamer Ausstellung in Freudenberg: Künstlerinnen-Quartett zeigt seine Werke

„Das ist doch einmalig: einzelne Bilder, die im Quartett gleichwohl ein gemeinsames Motiv ergeben.“ Marli Bartling zeigte sich angetan von der Idee, die Angelika Brenner und die Mitwirkenden ihrer Malschule Ulrike Lenz, Martina Schiebe und Simone Dilling als Grundlage für ihre Ausstellung im Freudenberger 4Fachwerk-Museum wählten.

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Marli Bartling, Simone Dilling, Dieter Siebel, Angelika Brenner und Martina Schiebe (von links). Ulrike Lenz fehlte leider krankheitsbedingt.  Foto: privat
Marli Bartling, Simone Dilling, Dieter Siebel, Angelika Brenner und Martina Schiebe (von links). Ulrike Lenz fehlte leider krankheitsbedingt.
Foto: privat

Die sachkundige Moderation durch Marli Bartling, die im Westerwald lebt und arbeitet, erwies sich als Glückgriff für die Ausstellungseröffnung im Alten Flecken. Der Kunst- und Kulturexpertin von Rang, selbst ausgebildet an den Kunstakademien Salzburg und Trier sowie als Studierende in Berlin und München, gelang es im Gespräch, ausgesprochen einfühlsam und informativ die Gedanken der Malerinnen hinter der Textur ihrer Bilder herauszufiltern.

Gemeinsam in einem Atelier tätig, verständigen die sich auf eine Thematik, die dann sowohl im Muster wie in Materialien individuell ausgeführt wird. Nach diesem ersten Entstehungsprozess fügen sich die Werke in einem weiteren Schritt als Vierer-Format wieder zusammen.

Aufgeschreckt von der Umwelt-Vermüllung stellt ein Bilder-Kanon den Meeresboden in den Mittelpunkt. „Wir betrachten hier die Farbe Rot als Aufschrei, als Warnung,“ erläutert Angelika Brenner die gezielte Kolorierung. Sie wird als langjährige Kunst-Dozentin vorgestellt, unter anderem bei der VHS Kirchen tätig, deren berufliche Ausbildung als Technische Zeichnerin gewiss prägend sei. „Brenners künstlerische Handschrift besticht durch genaues Arbeiten und präzises Beobachten“, so Marli Bartling.

Ein anderer Zyklus der vier Malerinnen zeigt sich inspiriert durch das schöpferische Wirken des Expressionisten, Bauhaus-Pädagogen und Wegbereiters der abstrakten Kunst, Wassily Kandinsky (1866-1944). Auch hier fügen sich Einzelarbeiten mit unterschiedlichen Materialien wie Öl, Acryl und Kreide letztlich zu einer formalen quadratischen Einheit.

Das Korrosionsprodukt „Rost“ verleitete die Vier zu einem weiteren Kunst-Experiment. In Collage-Technik wird der Vergänglichkeit eine neue ästhetisch-plurale Dauerhaftigkeit verliehen. Abgerundet wird die Ausstellung durch Porträt-Darstellungen und eine Bildreihe „Schmetterlinge“. Bartling: „Das ist eine Handwerklichkeit, die man erst einmal können muss.“ Nach der offiziellen Eröffnung durch den 4Fachwerk-Vorsitzenden Dieter Siebel konnten die Gäste die Werke eingehend im Detail betrachten. Der obligatorische Mund-Nasen-Schutz der Museumsgäste stand dem intensiven Kunstdialog nicht im Weg. Für viele war dies nach langer Pandemie-Auszeit wieder ein erster Ausstellungsbesuch: „Hoffentlich bleiben die Inzidenz-Werte unten, damit Kultur wieder leben kann“, so der vielfach gehörte Wunsch an diesem Abend.

Die Ausstellung ist bis zum 8. August zu sehen. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Das Museum mitten im Alten Flecken ist mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Sonderführungen sind nach Absprache möglich.