Archivierter Artikel vom 22.11.2018, 10:26 Uhr
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In Euteneuen ein markantes Signal für die Zukunft der Sieg setzen

Dass es für Mensch und Natur förderlich ist, die Sieg als ökologisch wertvollen Mittelgebirgsfluss wieder von der Quelle bis zur Mündung für Wanderfische wie Aal, Lachs, Forelle durchgängig zu machen, da sind sich die Fachleute einig – von der EU in Brüssel bis zu den Umweltverbänden hierzulande. Noch vor 100 Jahren wimmelte die Sieg etwa von Lachsen – dass es wieder so wird, dafür indes müssen nach wie vor zahlreiche Wehre am Flusslauf verschwinden oder zumindest für Wassertiere überwindbar gemacht werden. Das ist seit 25 Jahren – etwa mit der Wasserrahmenrichtlinie der EU – beschlossene Sache und gesetzlicher Auftrag. Dennoch sind im rheinland-pfälzischen Abschnitt der Sieg erst zwei von sechs solcher „Querbauwerke“ abgebaut worden, das Höschwehr in Wissen und das Wehr am Schloss Schönstein. Bei Wehren, an denen mit Turbinen Strom erzeugt wird, ist das Ganze aus einigen bürokratischen und technischen Gründen kompliziert(er). Dass allerdings bei einem Wehr wie in Euteneuen, bei dem seit drei Jahren das Wasserrecht abgelaufen ist, nichts passiert – das macht engagierte Ökologen wie Jürgen Lichte von der BUND-Kreisgruppe Altenkirchen, sonst ein ruhiger Streiter, fast schon wütend: „Die Landesregierung in Mainz tut gar nichts! Sie muss endlich Farbe bekennen, ob sie für Wasserenergie oder für die Durchgängigkeit der Sieg ist! Wir werden uns der Beschwerde des BUND Deutschland bei der EU anschließen.“

Von Peter Seel Lesezeit: 3 Minuten