Archivierter Artikel vom 22.09.2020, 06:00 Uhr
Plus
Kirchen

Hoffnung für Armenier? Kreis Altenkirchen prüft eine Duldung der Familie

Seit fünf Jahren wohnt eine dreiköpfige armenische Familie in Kirchen: Mariam Grigoryan (29), ihrem Mann Stephan Pavlyan (37) und Johannes, dem zehnjährigen Sohn der beiden, droht nun aber die Abschiebung. Grund für ihre Flucht aus Armenien war, sagen sie, dass Stephan in den Krieg gegen das benachbarte Aserbaidschan geschickt werden sollte: „Ich kenne zu viele, die von da nicht zurückkamen“, sagt Mutter Mariam (die RZ berichtete). Als Asylgrund ist das bei uns nicht anerkannt. Momentan bleibt der Familie nur die Hoffnung, dass die Ausländerbehörde in Altenkirchen eine sogenannte „Ausbildungsduldung“ nach Paragraf 60 c des Aufenthaltsgesetzes für die Mutter anerkennt: Über diesen Antrag, den der Anwalt der Familie gestellt hat, „wurde noch nicht abschließend entschieden“, heißt es in einer Stellungnahme, die als Antwort auf eine RZ-Anfrage vom vergangenen Mittwoch erst gestern aus Altenkirchen folgte. Ob daraus zu schließen ist, dass bei einer positiven Antwort womöglich die Mutter allein hier bleiben soll, während Vater und Sohn zurückgeschickt würden, geht aus der Mitteilung nicht hervor – die Behörde zog einem Telefonat eine schriftliche Auskunft vor. Darin blieben auch Fragen zu „menschlichen Aspekten“ jenseits von Paragrafen unbeantwortet.

Von Peter Seel Lesezeit: 2 Minuten
+ 3 weitere Artikel zum Thema