Archivierter Artikel vom 05.05.2021, 21:00 Uhr
Kreis Altenkirchen

Hilfe für Familien im Kreis Altenkirchen: Allgemeiner Sozialer DIenst wirft 251 „Rettungsringe“ aus

Ein „sozialer Rettungsring“, nach dem Kinder und Jugendliche, aber auch Eltern greifen, gerade in der Corona-Pandemie: Genau den bietet das Jugendamt der Kreisverwaltung Altenkirchen mit dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD), wie es in einer Pressemitteilung der Kreisverwaltung heißt. „Der ASD ist in Familien immer dann zur Stelle, wenn’s kriselt, in der Corona-Krise und natürlich auch danach“, sagt Melanie Sühnhold, eine der Leiterinnen des ASD im Altenkirchener Jugendamt. Von Schulproblemen über Konflikte in der Familie bis zur Sucht – vieles könne Kindern und Jugendlichen das Leben schwer machen oder sie sogar aus der Bahn werfen.

Ein „Rettungsring“ vom Jugendamt Altenkirchen: Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) hilft, wenn Kinder, Jugendliche und Eltern Unterstützung brauchen – bei der Erziehung, bei Konflikten oder Krisen.  Foto: Jugendamt
Ein „Rettungsring“ vom Jugendamt Altenkirchen: Der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) hilft, wenn Kinder, Jugendliche und Eltern Unterstützung brauchen – bei der Erziehung, bei Konflikten oder Krisen.
Foto: Jugendamt

„Die Corona-Pandemie hat in vielen Familien diese Probleme noch verschärft: Nicht raus können – keine Kita, keine Schule, keine Freunde treffen, kein Sport, kein Klub. Gerade dann, wenn sich das Leben in einer kleinen Wohnung abspielt, liegen die Nerven schon mal schnell blank“, so Sühnhold. Eltern hätten zudem häufig das Problem, den Alltag in den Griff zu bekommen: von regelmäßigen Mahlzeiten bis zum Umgang mit Konflikten.

Genau dann sei das Jugendamt gefragt: Der Allgemeine Soziale Dienst helfe dabei, den Alltag zu organisieren. „Praktische Unterstützung zu geben, das ist unser Job. Das Spektrum an Hilfe, das der ASD dabei anbietet, ist breit: von der Erziehungsberatung über die Unterstützung in der Familie bis zum Vermitteln einer Pflegefamilie“, so Melanie Sühnhold.

Eltern oder Kinder wenden sich oft selbst an das Jugendamt. „Aber auch Menschen aus dem Umfeld melden sich, wenn sie sich Sorgen um ein Kind machen: Vor der Corona-Pandemie kamen Hinweise oft aus Kitas und Schulen. Jetzt sind es häufiger auch Nachbarn, die merken, wenn Hilfe vom Jugendamt gebraucht wird. Wenn das Wohl von Kindern gefährdet ist, dann ist das ein absolut ernstes Thema. Es ist wichtig, hier die Augen im Alltag offenzuhalten und mit den Ohren im eigenen Umfeld auf Empfang zu bleiben“, so Sühnhold.

Im vergangenen Jahr seien 251 Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung beim Jugendamt Altenkirchen eingegangen – Fälle, die den Allgemeinen Sozialen Dienst auf den Plan gerufen haben. Knapp ein Fünftel davon waren „ernste, oft akute Fälle“, berichtet Sühnhold. Hier sei es beispielsweise um Vernachlässigung gegangen. Ebenso komme es immer wieder vor, dass das Jugendamt Altenkirchen mit Kindern, die psychische oder physische Gewalt erfahren, zu tun habe. „Bei einem Drittel der Hinweise, die uns erreicht haben, gab es zwar keine Kindeswohlgefährdung, allerdings war Hilfe und Unterstützung vom Jugendamt dringend notwendig. Da sind wir drangeblieben. Anders in den übrigen Fällen: Das war falscher Alarm. Aber der ist uns allemal lieber, als wenn einmal zu wenig hingeschaut wird“, so Melanie Sühnhold.

Im Fokus stehen beim Jugendamt Altenkirchen laut Presseinformation immer die Kinder, die Jugendlichen und ebenso die Eltern: „Wenn es darum geht, dass das Wohl der Kinder gefährdet ist, dann ist der Eins-zu-Eins-Kontakt mit den Eltern enorm wichtig – egal, ob es einen Lockdown gibt oder nicht“, sagt Sühnhold. Das Jugendamt setze nämlich alles daran, den „menschlichen Lockdown“ in Familien zu verhindern. Oft reiche es für den Schutz der Kinder bereits aus, den Eltern konkrete Hilfen anzubieten. „Denn das ist häufig schon der Schlüssel zum Erfolg. Wer die Eltern stärkt, schützt damit oft auch gleich die Kinder: starke Eltern, starke Kinder“, davon ist Sühnhold überzeugt.