Archivierter Artikel vom 17.03.2021, 20:00 Uhr
Kreis Altenkirchen

Ereignisreiches Jahr 2020 für die Feuerwehren im Kreis Altenkirchen: Verband drängt auf schnelles Impfen

Normalerweise füllt sich bei der jährlichen Delegiertenversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes ein großer Saal mit mehr als 100 uniformierten Feuerwehrleuten und Gästen. Doch bereits zum zweiten Mal ließ die Pandemie nur eine Online-Veranstaltung zu. Unter anderem 83 stimmberechtigte Delegierte nahmen vom Bildschirm aus an der Veranstaltung im Feuerwehrgerätehaus Hamm teil. Ein Schwerpunktthema der Versammlung war laut einer Pressemitteilung des Verbandes das Thema Corona-Schutzimpfungen.

Einsatzreiches Jahr 2020 für die Feuerwehren im Kreis Altenkirchen – so auch nach dem Fund dieser Bombe Anfang Dezember in Betzdorf.
Einsatzreiches Jahr 2020 für die Feuerwehren im Kreis Altenkirchen – so auch nach dem Fund dieser Bombe Anfang Dezember in Betzdorf.
Foto: Feuerwehrverband

Vorsitzender Volker Hain forderte ein schnelleres Impfen der Feuerwehrangehörigen, um möglichst schnell wieder den Übungsdienst aufnehmen zu können. Eine Einstufung in die letzte Impfgruppe mit Priorisierung nannte Hain eine „Vernachlässigung und Missachtung der Wichtigkeit der Feuerwehren“. In einem Antrag an die Landtagsabgeordneten hatte man zuvor seitens des Verbands die Einstufung in eine höhere Priorisierungsgruppe gefordert. Sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung stehe, solle erneut über die Einstufung diskutiert werden.

Ein weiteres Thema war die personelle Unterstützung der Feuerwehren beim Betrieb der Testzentren. Nach der missverständlichen Aufforderung durch den Landesverband, war man sich in den Kreisen der Wehrleiter, Bürgermeister und der Kreisspitze einig, dass dies nicht von Freiwilligen Feuerwehren geleistet werden könne.

In einer Erklärung an dem Landesverband wurde deshalb dargestellt, dass die Feuerwehr kein Testpersonal abstellen könne, wohl aber bei der Logistik und dem Aufbau der Infrastruktur zur Verfügung stünde. Frank Hachemer, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, bedauerte die Vorgeschichte und räumte Fehler in der Kommunikation ein.

Ausgesprochen erfreulich: Aus dem Bericht des Vorstandes ging hervor, dass sich derzeit 1384 Kameraden und Kameradinnen in den Feuerwehren engagieren. Das ist der höchste Mitgliederstand seit sechs Jahren, den man auf die gute Arbeit in den Wehren, Jugendfeuerwehren und den Bambini-Feuerwehren zurückführt.

Insgesamt war 2020 für die Feuerwehren ein einsatzreiches Jahr. Vom Bombenfund in Betzdorf über Großbrände wie etwa eines Reitstalls in Birken-Honigsessen bis hin zum Flugzeugabsturz in Flammersfeld waren die Feuerwehrleute gefordert.

Zu Beginn der Veranstaltung hatte Volker Hain auch den Ehrenvorsitzenden Peter Benner und den ehemaligen Kreisfeuerwehrinspekteur Dietmar Urrigshardt begrüßt. Ebenso wie der Hammer Bürgermeister Dietmar Henrich thematisierte auch Wehrleiter Heiko Grüttner die Sehnsucht nach Normalität, insbesondere im Übungs- und Einsatzdienst.

Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Ralf Schwarzbach sprach die allgemeinen Einschränkungen für die Feuerwehren an. Er lobte, dass bisher überall die Einsatzbereitschaft aufrechterhalten werden konnte. Auch Landrat Peter Enders dankte in seinem digitalen Gruß ausdrücklich den Feuerwehren für deren Arbeit.

Was tut sich sonst im Kreisfeuerwehrverband? Man plant zwar ein Geschicklichkeitsfahren, die Abnahme des Feuerwehrleistungsabzeichens sowie ein Führungskräfteseminar zum Thema Elektromobilität. Ob die Pläne allerdings tatsächlich umgesetzt werden können, sei fraglich.

Seitens der Feuerwehrmusik erläuterte Johannes Ortheil die wenigen Termine der Stadt- und Feuerwehrkapelle. Sehnsüchtig warte man auf die Wiederaufnahme der Probenstunden.

Auch bei der Jugendfeuerwehr, so der stellvertretende Kreisjugendfeuerwehrwart Achim Schlosser, freut man sich über den höchsten Mitgliederstand der vergangenen Jahre. Tanja Heck berichtete, dass noch in diesem Jahr in Herdorf die kreisweit vierte Bambini-Feuerwehr gegründet werden soll.

Laut Kassenbericht von Thomas Pfeifer sind durch die Anschaffung des Baumbiegespannungssimulators zur Ausbildung der Feuerwehren an der Motorsäge die finanziellen Reserven des Verbandes fast aufgebraucht.