Archivierter Artikel vom 20.02.2020, 18:13 Uhr
Oberkreis

Der Schlips ist ab: Die Möhnen haben das Kommando

Pünktlich zu Weiberfastnacht haben die jecken Frauen im AK-Land die Macht an sich gerissen.

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Betzdorf: Auch dem Geschäftsführer des Jobcenters in Betzdorf, Heiner Kölzer, ging es gestern an den Kragen. Die Möhnen hatten – naheliegenderweise – „Berufe“ als Motto gewählt und sich als unter anderem als Polizistinnen, Putzfrauen, OP-Schwestern, Handwerkerinnen oder Feuerwehrfrauen verkleidet.

privat

Herkersdorf: Im vergangenen Jahr haben sie ihre Männer um die Ecke gebracht, nun sind die vier schrillen Druidenwitwen wieder zu haben. Doch die Männersuche gestaltet sich schwierig. Die ganz in Schwarz gekleideten Damen klagen auf der Altweibersitzung der Klatschweiber des Herkersdorfer Carnevals Clubs (HCC) den Möhnen in der Turnhalle in einem Lied ihr Leid. Der eine hat nur ein Wasserbett, da wird Frau beim Schwanken krank. Die Anforderungen an den Neuen sind enorm: „Großes Herz, starker Arm, reichlich Kohle und viel Charme.“ Melanie Stock und Sarah Heidemann führen durch ein abwechslungsreiches Programm. Frank Fischbach spielt kölsche Lieder zum Schunkeln, Klatschen und Mitsingen. Das Männerballett des HCC zeigt bei seinem Auftritt Muckis und mehr. Im Sketch „Alimente“ muss sich Anton vor Gericht verantworten. Es ist nicht das erste Mal, dass er für ein Kind nicht zahlen möchte. Unterhaltsam gestaltet sich auch eine Fahrt nach Köln: Mutter und Sohn reisen vom Lande in die Großstadt. Die Frau Mama ist von allem fasziniert: Theater, Kino und Kaufhof. In der Hitparade treten bekannte Schlagerstars auf: Howard Carpendale, Marianne Rosenberg, Heino, Maite Kelly, Roland Kaiser, Helene Fischer und die kölsche Band Brings. Für einen „besonderen Augenschmaus“ sorgt ein weiteres Männerballett – und zwar vom Fensdorfer Carneval Club. Die Turnhalle war karnevalistisch geschmückt und mit rund 200 Besuchern ausverkauft. Vor dem Programm konnten die Jecken Kaffee und Kuchen oder Schnitzelbrötchen genießen. Zum Abschluss hatten sich die beiden Regenten, Prinz Jens und Prinz Dennis, bei den Möhnen angesagt.

Claudia Geimer

Bruche: „Macht laut, macht richtig laut“, so lautet der Einmarsch der Karnevalisten von kfd und Kolping beim Altweiber in der Unterkirche in Bruche. Für gute Laune bei den Gästen sorgen die Tänze, Sketche und Gesangsleinlagen, wobei Pastor Helmut Mohr bereitwillig einen Helm zum Schutz vor dem Dachschaden in der Kirche anprobiert. Die kfd-Vorsitzende nimmt die Kirchenoberen ins Gebet, zudem schaut der Bruder von Donald Trump vorbei. Danny und Nicki unterhalten mit Schunkelliedern.

Claudia Geimer

Wallmenroth: Flotte Bienen und Chinesen tummeln sich beim närrischen Frühstück der kfd in der mit Girlanden und Luftballons geschmückten Unterkirche in Wallmenroth. Neben Schunkelliedern stehen auch hier Sketche auf dem Programm: Es geht um die Geschichte der modernen Frau und um ein Ehepaar, das sich über die gute, alte Zeit unterhält. Als Überraschungsgäste haben sich die Jacob Sisters angesagt. Sie präsentieren den „Hausfrauenrock“ und einen berühmten Gassenhauer, den „Gartenzwergmarsch“.

Claudia Geimer

Scheuerfeld: Bunt kostümiert zeigt sich diese Möhne von der FWG-Tanzgruppe.

Regina Müller

Scheuerfeld: Die Möhnen der FWG-Volkstanzgruppe loben Scheuerfelds Ortsbürgermeister Harald Dohm beim Besuch im Gemeindehaus in höchsten Tönen: „Dohm, heute gehörst du ganz uns!“, verkündeten sie ihrem „strahlenden Ritter“. Dank ihm leben die Möhnen ohne Sorgen und vergnügen sich wie auf der Karibik. Auch der Scheuerfelder Karnevalsverein genießt die fünfte Jahreszeit in vollen Zügen. Ortsbürgermeister Dohm war froh, auch dieses Jahr VG-Bürgermeister Bernd Brato im Gemeindehaus begrüßen zu dürfen – gewissermaßen als weiteren männlichen Beistand: „Das ist ein Zeichen der Anerkennung für Scheuerfeld.“

Regina Müller

Niederfischbach: Der Altweiberbrunch im Hotel „Fuchshof“ ist schon festes Ritual in Niederfischbach. Schon seit fast 25 Jahren kommen die Frauen am Schwerdonnerstag in Scharen dorthin, um fröhlich-ausgelassen Altweiber zu feiern. So sind auch diesmal wieder rund 100 bunt kostümierte Möhnen im Saal, um gemeinsamen zu singen, zu schunkeln und zu tanzen.

Regina Brühl

Niederfischbach: Der Altweiberbrunch im Hotel „Fuchshof“ ist schon festes Ritual in Niederfischbach. Schon seit fast 25 Jahren kommen die Frauen am Schwerdonnerstag in Scharen dorthin, um fröhlich-ausgelassen Altweiber zu feiern. So sind auch diesmal wieder rund 100 bunt kostümierte Möhnen im Saal, um gemeinsamen zu singen, zu schunkeln und zu tanzen.

Regina Brühl

Friesenhagen: Schon Gus Backus wusste: „Wild ist der Westen – schwer ist der Beruf“. Und so ergibt sich auch Friesenhagens Ortschef Norbert Klaes seinem Schicksal: „In Anbetracht der Überzahl von Indianerinnen und anderen angenehmen Weiblichkeiten gebe ich mich als Häuptling ‚Geknickte Feder‘ des Wildenburger Landes geschlagen und übergebe den Schlüssel des Gemeinde-Wigwam!“ Gesagt, getan, gefeiert.

rbr

Ob beim Sturm auf Rathäuser, Gemeindebüros und Behörden oder beim fröhlich-gemütlichen Möhnenkaffee – die Närrinnen erwiesen sich überall als feierfreudig.