Archivierter Artikel vom 18.01.2022, 12:00 Uhr
Kirchen

Corona und die Folgen für den Nachwuchs: Kinderschutzbund lobt Disziplin der Kids

In einem offenen Brief bringt der Kinderschutzdienst des Kreises Altenkirchen seine Anerkennung zum Ausdruck, wie Kinder und Jugendliche die Pandemie mit all ihren Einschränkungen meistern. Vor allen Dingen die Lockdowns seien für die Familien eine Zeit der Entbehrungen und Herausforderungen gewesen.

Von Claudia Geimer

Schulschließungen, Wechselunterricht, Homeschooling: Die Pandemie hinterlässt bei der jungen Generation ihre Spuren. Der Kinderschutzdienst weist in einem offenen Brief auf die Probleme hin und dankt den Kindern und Jugendlichen für ihre Disziplin.
Schulschließungen, Wechselunterricht, Homeschooling: Die Pandemie hinterlässt bei der jungen Generation ihre Spuren. Der Kinderschutzdienst weist in einem offenen Brief auf die Probleme hin und dankt den Kindern und Jugendlichen für ihre Disziplin.
Foto: picture alliance/dpa
Kindergärten waren bis auf einen Notbetrieb geschlossen und auch die Schulen verwaist. Homeschooling von zu Hause aus sei für manche Kinder, die nicht über ein entsprechendes Umfeld verfügten, sehr schwierig gewesen.

„Wir möchten euch sagen, dass ihr wichtig seid und wir froh sind, dass es euch gibt“, beginnt das Schreiben. Seitdem das Corona- Virus unter uns ist, seien die Dinge irgendwie anders für die Erwachsenen, aber gerade auch für Kinder. Vieles von dem, was ihnen Eltern als besonders wertvoll und wichtig beigebracht haben, habe mit dem Virus eine völlig andere Bedeutung bekommen: „Die Erwachsenen lehrten euch, wie sehr Nähe und Berührung, wenn ihr sie selber wollt, ein gutes Gefühl im Bauch machen können und, dass es wichtig ist, einem guten Freund oder einer Freundin auch dieses Gefühl zu schenken.“ Nun heißt es, 1,50 Meter Abstand halten.

„Die Erwachsenen lehrten euch, wie wichtig es ist, die eigenen Gefühle zu kennen, alle Gefühle zu achten und selbstbewusst auch anderen zu zeigen.“ Nun heißt es, Maske tragen. Sehr oft könnten die Kinder dann ihre Gefühle nicht richtig zeigen und auch die Gefühle anderer nicht richtig erkennen. Dies sei sicher nicht immer einfach.

„Die Erwachsenen lehrten euch, dass euer Körper euch gehört und ihr gut darauf achtet, welche Berührung euch gut tut.“ Nun heißt es, sich testen lassen, zum eigenen und zum Schutz anderer. Manche Kinder hätten sicher die nicht immer einfache Erfahrung gemacht, wie es ist, von einer fremden Person getestet zu werden.

„Die Erwachsenen lehrten euch, wie wertvoll es ist, miteinander etwas zu teilen, etwas abzugeben oder etwas spontan zu verschenken. Dadurch entstehen gute Gefühle, Freundschaften und auch gegenseitiges Vertrauen und die Sicherheit, dass die/der andere da ist, wenn man sie/ihn braucht.“ Nun müssen alle Erwachsenen in den Kitas und Schulen sagen: Bitte teilt nichts, keinen Stift, keinen Radiergummi, erst recht kein Butterbrot oder Getränk.

„Wenn ihr Sorgen habt, 
erzählt davon.“

Kinderschutzdienst in Kirchen

„Die Erwachsenen lehrten euch, wie wichtig Bewegung, freies Spiel, Toben und Sport ist. Es gehört zum Kindsein und Aufwachsen doch dazu, dass ihr euch bewegt und eure Bewegung, euer Spiel, euer Schwung und euer Lachen stecken uns an, bewegen uns und machen uns glücklich.“ In den Lockdowns aber wurden Spielplätze, Sportstätten, Spielwiesen, selbst Parkbänke geschlossen.

„Die Erwachsenen lehrten euch, wie wichtig es ist, Menschen zu haben, die gut zu euch sind, euch lieben und für euch da sind. Manche von euch haben Geschwister, Großeltern, Tanten und Onkel, kleine und große Menschen in der Familie, denen ihr immer viel Freude und Glück geschenkt habt“.

Nun hätten manche neue Ängste bekommen: Die Angst, wichtige, vertraute Personen, zu verlieren oder gar selbst mit dem Coronavirus anzustecken. Kinder und Jugendliche, heißt es weiter, brauchen viele gute Berührungen, die ein gutes Kribbeln im Bauch machen, sie brauchen Bewegung, sie brauchen Sicherheiten, sie brauchen Vertrauen darin, dass alles gut wird. Kinder und Jugendliche brauchen Spielplätze zum Toben, Besuche bei und von Oma und Opa, Erzieherinnen und Lehrer, die wirklich da sind: „Ihr habt bis heute so viel geschafft und dafür möchten wir vom Kinderschutzdienst ganz herzlich danken.“

Jedes Kind und jeder Jugendliche habe zudem das Recht, ohne Gewalt aufzuwachsen. Leider hielten sich nicht alle Menschen daran. Der Kinderschutzdienst appelliert: „Wenn ihr Sorgen habt, dann erzählt einem Erwachsenen davon, denn euer Kummer wird sonst schlimmer. Wenn ihr Angst habt, es euch nicht gut geht oder auch der Stress Zuhause zu groß wird, dann sucht euch einen Erwachsenen, zu dem ihr Vertrauen habt und erzählt solange davon, bis ihr die Hilfe bekommt, die ihr braucht. Wir sind für euch da, euer Kinderschutzdienst im Landkreis Altenkirchen.“

Kontaktdaten Kinderschutzdienst: Am Buschert 20, 57548 Kirchen, Telefon 02741/930-046 oder -047, E-Mail ksd-ak@lv-rlp.drk.de