Archivierter Artikel vom 17.08.2021, 19:29 Uhr
Weyerbusch

Bürgerinitiative gegründet: Widerstand gegen Ortsumgehungen für Weyerbusch formiert sich

Gegen die Planungen für eine Ortsumgehung für Weyerbusch seitens des Landesbetriebs Mobilität regt sich weiterhin Widerstand, der nun in die Gründung einer Bürgerinitiative „BI gegen B8-Ortsumgehungen Weyerbusch“ gemündet ist.

Foto: dpa/Symbolfoto

Zwei mögliche Trassenvarianten sind nördlich oder südlich von Weyerbusch im Bundesverkehrswegeplan unter „vorrangiger Bedarf“ ausgewiesen. Koordiniert wurde die BI-Gründung bei einem Treffen im vom Brodverein betriebenen „Gasthof zur Post“ in Weyerbusch, heißt es in einer Pressemitteilung der Initiatoren. Es habe sich als glücklicher Umstand erwiesen, dass die aktuellen Corona-Regelungen solche Zusammenkünfte möglich machen, in denen Bürger sich informieren und engagieren können.

Gerd Müller aus Werkhausen, Gunnar Lindner aus Weyerbusch-Hilkhausen und Marein Osten-Sacken aus Oberirsen-Marenbach stellten die Ergebnisse aus den internen Arbeitsgruppen der betroffenen Orte vor. Die anwesenden Bürger aus Werkhausen, Oberirsen, Hilkhausen und Weyerbusch äußerten sich einhellig ablehnend gegen Ortsumgehungen um Weyerbusch und verlangen eine Änderung des gesamten Vorhabens unter Bürgerbeteiligung.

Bei drei bis mehr als fünf Kilometer Straßenlänge, 15 bis 40 Meter Trassenbreiten und bis zu sechs Meter tiefen Einschnitten in die Landschaft würden maximal drei Minuten Zeitersparnis für den Autoverkehr erreicht, so die BI-Gründer. Eine unumkehrbare Flächenversiegelung träfe die Landwirte ebenso wie Landschaft, Flora, Fauna, gewachsene Verbindungen der Ortschaften sowie die Lebensqualität der Menschen in den Dörfern empfindlich.

Zwar würde Weyerbusch von dem großen Verkehrsaufkommen entlastet, müsste aber um den Fortbestand seiner Geschäfte und Unternehmen fürchten. Verschiedene intelligente Alternativen für den Ortskern seien denkbar, wenn der enorme Aufwand für eine Ortsumgehung sinnvoll umgewidmet würde. Die Anwesenden waren sich einig, dass es auch unter Klimaschutzgesichtspunkten keine Rechtfertigung mehr für eine so monströse Straßen- und Verkehrsplanung gibt.

Die neue Bürgerinitiative sucht nun Mitstreiter. Es wurden bereits Arbeitsgruppen für die verschiedenen Belange eingerichtet, die jetzt ihre Arbeit aufnehmen. Die Dörfer Werkhausen und Marenbach unternehmen am Sonntag, 29. August, Begehungen der geplanten Trassenabschnitte. Wer mitmachen möchte, kann sich bei den Initiatoren melden. Für Sonntag, 19. September, plant der Bund für Umwelt und Naturschutz zudem gemeinsam mit den Bürgern eine groß angelegte, öffentliche Wanderung gegen den Flächenfraß und die Versiegelung der Landschaft an den fraglichen Strecken entlang. Dazu wird es noch genauere Informationen geben, kündigte die BI an.