Kreis Altenkirchen

Bereits 216 Tiere im AK-Land zur Strecke gebracht: Warum der Waschbär dem Landesjagdverband Sorgen bereitet

Die Ausbreitung des Waschbärs in Rheinland-Pfalz schreitet weiter voran. Darauf weist der Landesjagdverband (LJV) hin. Demnach kamen im Jagdjahr 2020/21 (von April bis März) mit 1387 Tieren rund 15 Prozent mehr dieser ursprünglich aus Nordamerika stammenden Kleinbären zur Strecke als im Vorjahreszeitraum.

Über Dächer dringt der Waschbär in Gebäude ein und verschmutzt Dachböden durch Urin und Kot. Auch im Kreis Altenkirchen hat die Population der invasiven Art zugenommen, so der Landesjagdverband.
Über Dächer dringt der Waschbär in Gebäude ein und verschmutzt Dachböden durch Urin und Kot. Auch im Kreis Altenkirchen hat die Population der invasiven Art zugenommen, so der Landesjagdverband.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

„In den waldreichen Kreisen im Norden von Rheinland-Pfalz wurden die höchsten Jagdstrecken dieser invasiven Art erzielt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit 222 Waschbären steht der Eifelkreis Bitburg-Prüm auf Platz eins, an zweiter Stelle kommt der Westerwaldkreis mit 218, gefolgt vom Kreis Altenkirchen mit 216 Tieren.

Der LJV betrachtet diese Entwicklung mit wachsender Besorgnis. „Der Waschbär ist eine sehr anpassungsfähige Wildart, und ihm wird ein sehr negativer Einfluss auf einheimische Tiere bescheinigt“, heißt es. Sie könnten hohe Verluste bei Brutvögeln, Amphibien und Reptilien verursachen. So mache sich der Waschbär in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern über die vom Aussterben bedrohte europäische Sumpfschildkröte her. Dabei seien nicht nur die Eier der Reptilien gefährdet, sondern auch erwachsene Exemplare.

Als Kulturfolger kommt der Waschbär laut LJV hervorragend in Siedlungen und Städten zurecht. Er macht Schäden an Gebäuden, indem er beispielsweise über die Dächer eindringt und Dachböden durch Kot und Urin verschmutzt. Weiteres Konfliktpotenzial ergibt sich demnach durch mögliche Übertragungen von Krankheiten und Parasiten auf den Menschen, wie etwa den Waschbärspulwurm.