Kreis Altenkirchen

Arbeitnehmer im AK-Land fehlten 18,1 Tage – Krankenstand 2020 leicht rückläufig

Die Beschäftigten im AK-Land waren im Jahr 2020 öfter krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Das geht aus repräsentativen Daten der Barmer hervor. Für ihre Analysen hat die Krankenkasse die Arbeitsunfähigkeitsmeldungen der bei ihr versicherten Erwerbstätigen aus Rheinland-Pfalz anonymisiert ausgewertet.

Die Arbeitnehmer im Westerwaldkreis waren im abgelaufenen Jahr häufiger krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Nach den Zahlen der Barmer ist die Tendenz aber rückläufig. Am häufigsten plagt die Wäller Beschäftigten der Rücken. Foto: dpa
Die Arbeitnehmer im Westerwaldkreis waren im abgelaufenen Jahr häufiger krankgeschrieben als im Bundesdurchschnitt. Nach den Zahlen der Barmer ist die Tendenz aber rückläufig. Am häufigsten plagt die Wäller Beschäftigten der Rücken.
Foto: dpa

Der Krankenstand im Kreis Altenkirchen lag laut einer Pressemitteilung bei 5,0 Prozent. „Das bedeutet, dass an einem durchschnittlichen Kalendertag von 1000 Beschäftigten 50 arbeitsunfähig gemeldet waren“, erläutert Volker Stausberg, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Betzdorf.

Bundesweit lag dieser Wert im vergangenen Jahr bei 4,9 Prozent, der Landesdurchschnitt lag wie an Sieg und Wied bei 5,0 Prozent. Allerdings sind die Quoten im Vergleich zu 2019 rückläufig. Wie unsere Zeitung auf Nachfrage erfuhr, lag der Krankenstand in besagtem Jahr im AK-Land bei 5,3 Prozent und damit auch über dem Bundesschnitt von 5,0. In Rheinland-Pfalz lag der Wert 2019 bei 5,1.

Doch zurück zu den aktuellen Zahlen für das Jahr 2020: Auf jeden Beschäftigten mit Wohnsitz im Kreis Altenkirchen entfielen demnach rechnerisch 18,1 gemeldete Arbeitsunfähigkeitstage. Auch hier liegt der Bund mit 18,0 Tagen leicht unterhalb des Wertes, das Land mit 18,3 Tagen aber darüber. Wie in Bund und Land meldete sich jeder Beschäftigte im AK-Land im Jahresschnitt 1,1 Mal arbeitsunfähig.

„Hauptursache für die Krankschreibungen im Kreis waren Muskel-Skelett-Erkrankungen wie zum Beispiel Rückenschmerzen“, erläutert Stausberg. Im Vergleich der 403 Landkreise und kreisfreien Städte in Deutschland nimmt der Kreis Platz 77 bei diesem Krankheitstyp ein.

Und wo drückt die Arbeitnehmer an Sieg und Wied sonst noch der Schuh? Psychische Leiden, Atemwegserkrankungen und Verletzungen gehören den Daten zufolge zudem zu den häufigsten Ursachen für Krankmeldungen im Landkreis Altenkirchen. Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems verursachten bei jedem Beschäftigten aus dem AK-Land 4,9 Tage von Arbeitsunfähigkeit. Es folgen psychische Erkrankungen wie etwa Depressionen (3,2 Tage), Atemwegserkrankungen wie zum Beispiel akute Infektionen der Atemwege, Bronchitis oder Erkältungsschnupfen (2,2 Tage) und Verletzungen wie Bänderrisse oder Verstauchungen (2,1 Tage).

„Der Corona-Alltag hat viele Beschäftigte körperlich und seelisch an ihre Grenzen gebracht. Arbeitgeber sollten auch in Zeiten von Corona auf betriebliches Gesundheitsmanagement setzen und damit besonders Krankheiten bei ihren Mitarbeitern vorbeugen, die durch die Pandemielage begünstigt werden“, sagt Stausberg. In der Corona-Pandemie sei das Training im Verein oder Fitnessstudio kaum möglich gewesen. Bewegungsmangel fördere Rückenschmerzen und könne zu den Fehlzeiten wegen Problemen am Muskel-Skelett-System beigetragen haben.

In Zeiten von Kontaktsperren seien Fahrrad fahren, Lauftraining, Spaziergänge und aktive Pausen mit Übungen für die Rückenfitness gute Möglichkeiten, um sitzende Tätigkeiten auszugleichen. „Corona hat zudem viele Beschäftigte durch Kurzarbeit und Homeoffice isoliert und psychisch belastet. Besonders in Branchen mit körperlicher Belastung dürften Kurzarbeit und Lockdown wiederum zu weniger Verletzungen geführt haben“, sagt Stausberg.