Archivierter Artikel vom 26.05.2021, 16:00 Uhr
Betzdorf

Aktion „Schutzengel“: Wie Mangos aus Betzdorfer Weltladen Kinderrechte stärkt

Vor mehr als 20 Jahren startete der Weltladen in Betzdorf die Aktion „Schutzengel“ gegen Kindesmissbrauch. In einer Pressemitteilung weist der Weltladen auf die nach wie vor prekäre Lage vieler Kinder weltweit hin. So seien pro Jahr immer noch rund 100.000 Minderjährige auf den Philippinen als Sexarbeiter(innen) beschäftigt. Das Team des Weltladens Betzdorf ruft deshalb dazu auf, durch den Kauf von Mangoprodukten der Aktion „Schutzengel“ die Organisation Preda zu unterstützen.

Ramona und Hermann Hesse vom Betzdorfer Weltladen präsentieren fair gehandelte Mangoprodukte der Aktion „Schutzengel“.  Foto: Weltladen Betzdorf
Ramona und Hermann Hesse vom Betzdorfer Weltladen präsentieren fair gehandelte Mangoprodukte der Aktion „Schutzengel“.
Foto: Weltladen Betzdorf

Preda hat sich zum Ziel gesetzt, der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen entgegenzuwirken. „Kinder von armen Familien auf dem Land werden von Menschenhändlern für ein geringes Entgelt angeworben mit dem Versprechen, sie zu beschäftigen“, heißt es in der Pressemitteilung.

„Außerdem haben viele Familien, die als Tagelöhner arbeiten, durch die weltweiten Lockdowns von einem Tag auf den anderen ihr Einkommen verloren. Sie können nicht auf soziale Sicherung wie Arbeitslosengeld oder auf Nahrungsmittelhilfe zählen und sehen daher oft keinen anderen Ausweg, als auf das ‚Angebot‘ der Menschenhändler einzugehen. Menschenrechtler von den Philippinen berichten, dass die Zahl der Kinder, die sich vor der Webcam prostituieren, um etwas Geld für ihre Familie zu erwirtschaften, anwächst.

Dazu ‚passt‘, dass laut Europol die Nachfrage nach Kinderpornografie im Netz mit dem Beginn der Lockdowns ebenfalls enorm angestiegen ist. Die Philippinen haben sich dabei zum neuen Hotspot für die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Internet entwickelt.“ Eine Studie der International Justice Mission habe aufgezeigt, dass sich seit 2017 dort die Vergehen innerhalb von drei Jahren verdreifacht haben. Die Betroffenen seien im Durchschnitt elf Jahre alt. Der Missbrauch finde oft mehrere Jahre lang statt.

Die international aktive Kinder- und Menschenrechtsorganisation Preda wurde von Pater Shay Cullen 1974 gegründet. Die Stiftung hat ihren Sitz am Rand der Hafenstadt Olongapo auf der philippinischen Hauptinsel Luzon und ist bis heute eine wichtige Anlaufstelle und ein Therapiezentrum für sexuell missbrauchte Kinder und Jugendliche. Seit 1974 bietet die Preda-Stiftung Straßenkindern und Missbrauchsopfern Schutz.

„Preda setzt auf ein breites Maßnahmenkonzept im Kampf gegen Kinderprostitution und Missbrauch“, schreibt der Weltladen in seiner Pressemitteilung, „unter anderem mit einem Girls' Home für 90 Mädchen und einem Boys' Home für 60 Jungen. In diesen Kinderschutzzentren wird wertvolle Therapiearbeit geleistet. Aber auch die Jugendsozialarbeit kommt nicht zu kurz. Zudem wird die juristische Verfolgung von Missbrauchstätern in die Wege geleitet.“

Inzwischen seien durch Preda auch ehemalige Kinderprostituierte zu Sozialarbeiterinnen ausgebildet worden. Sie holen junge Mädchen aus den Bars, um sie im Therapiezentrum von Preda von ihren Traumata zu heilen. Der Kauf von Mangoprodukten der Aktion Schutzengel im Weltladen hilft Preda doppelt: Das Fair-Trade-Mango-Projekt verschaffe mehr als 500 Kleinbauernfamilien existenzsichernde Einkommen und zusätzliche Arbeitsplätze in der Verarbeitung.

Zehn Prozent des Verkaufspreises verbleiben bei Preda. Damit werde der Ausbau der Therapiearbeit gefördert und die Kinderrechte vor Ort gestärkt. Durch existenzsichernde Einkommen für Kleinbauern und zusätzliche Arbeitsplätze werde der Lebensunterhalt von mehr als 500 Familien gesichert, schreibt der Weltladen. „Dies schafft die Voraussetzung für ein behütetes und sicheres Zuhause für die Kinder. Mit dem Erlös eines großen Mangobaumes können zum Beispiel die kompletten Schulkosten für zwei Kinder für ein Jahr gedeckt werden.“