Archivierter Artikel vom 20.12.2021, 18:22 Uhr
Wissen

Ab Januar: Die Praxis Ebach in Wissen hat einen Nachfolger

Viele Praxisinhaber haben hierzulande Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden, wenn sie selbst in den wohlverdienten Ruhestand gehen wollen. Nicht so jedoch Karl-Heinz Ebach aus Wissen, der in 35 Jahren aus einer kleinen Ein-Mann-Praxis eine orthopädische Institution geschaffen hat: In wenigen Tagen heißt der neue Chef André Schultheis.

Von Thomas Hoffmann

Ab Januar wird André Schultheis (rechts) die Praxis Ebach für Physiotherapie in Wissen übernehmen. Der scheidende Chef freut sich über die reibungslose Nachfolge.
Ab Januar wird André Schultheis (rechts) die Praxis Ebach für Physiotherapie in Wissen übernehmen. Der scheidende Chef freut sich über die reibungslose Nachfolge.
Foto: Hoffmann

In der gut gehenden Praxis versorgen die insgesamt sieben Therapeutinnen und Therapeuten und zwei Mitarbeiterinnen wöchentlich etwa 400 bis 500 Patientinnen und Patienten. André Schultheis, ebenso wie sein bisheriger Chef, ist Physiotherapeut aus Leidenschaft, einer, der seine Hingabe zu den Menschen zu seinem Beruf gemacht hat. Schon zu Beginn seiner Karriere nach der Lehre zeichnete sich in den Jahren 1999 und 2000 der Weg des heute 44-Jährigen ab. „Ich fühlte mich schon damals sehr wohl hier“, sagt er und betont das menschliche Miteinander im Praxisbetrieb.

Karl-Heinz Ebach erkannte sehr schnell das Talent des jungen Mannes, der sowohl im Umgang mit den Patienten als auch mit den Kollegen ein großes Geschick bewies. Nur logisch, dass Ebach ihn bereits sehr schnell mit verantwortungsvollen Aufgaben, wie etwa der Leitung der Praxis während seiner Urlaubs- und Weiterbildungszeiten betraute. „Er ist freundlich, kompetent und kollegial, Eigenschaften, die man als Therapeut mitbringen sollte“, lobt denn auch Ebach die Vorzüge seines Nachfolgers.

Aber trotz der Tatsache, dass Schultheis sich seine ersten Sporen in Wissen verdiente, zog es ihn zwischenzeitlich nach Bonn, wo er zehn Jahre seine Fähigkeiten in den Dienst der Malteser stellte. Die Rückkehr im Jahre 2011 freute dann insbesondere Karl-Heinz Ebach. „Ich hatte mir ihn schon immer als Nachfolger gewünscht, und wir haben in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich auf dieses Ziel hingearbeitet“, sagt der 64-Jährige, der sich in seinem Ruhestand seinen vier Enkeln widmen, sich körperlich fit halten und gemeinsam mit seiner Frau möglichst viele Reisen unternehmen möchte. „Das ist in den vergangenen Jahren auf der Strecke geblieben“, sagt er und erklärt, dass er 60 bis 65 Stunden in der Woche für die Praxis da gewesen sei.

Kein Wunder, ist sie doch sozusagen sein Lebenswerk: „Am Anfang habe ich alles selbst gemacht“, erinnert sich Ebach, „ich habe die Wäsche gewaschen, Fango-Packungen vorbereitet und Patienten behandelt.“ Erst nach und nach seien Mitarbeiter hinzugekommen, es folgte der Kauf und der Umbau eines ehemaligen Teppichlagers am Wissener Buschkamp.

Aus einer anfänglich kleinen Praxis wurde ein heute etwa 240 Quadratmeter großes Behandlungszentrum mit fünf Praxisräumen für neurologische, orthopädische, chirurgische und internistische Krankheitsbilder. Ein Multifunktionsraum für Gruppentherapien und ein Raum mit modernsten Geräten ergänzen das Interieur. Und eine präventive Rückenschule gehört ebenso zum Repertoire der Praxis wie heilpraktische Methoden, die sowohl Ebach als auch Schultheis als Physiotherapeuten und sektorale Heilpraktiker beherrschen.

Dass Schultheis immer auf dem neuesten Stand der Dinge ist, verdankt er ebenfalls seinem Mentor. „Ich habe ihn immer dazu ermutigt, Fortbildungen zu besuchen“, sagt Karl-Heinz Ebach, ein Ansinnen, dem Schultheis sehr gerne nachkam. So ist er denn, wenngleich er in große Fußstapfen tritt, bestens gerüstet für die Aufgaben, die vor ihm liegen.

Er lobt seinen scheidenden Chef: „Durch ihn habe ich sehr viel Einblicke in die Praxis- und Teamführung erhalten; es ist mein Traum, diese Praxis zu übernehmen.“ Ebach selbst verlässt diese zum Jahresbeginn mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Die Praxis war wie ein Kind für mich, aber ich weiß, dass ich mit André einen würdigen Nachfolger habe.“ hot

Ein heißes Hobby

Neben den Behandlungen ihrer Patientinnen und Patienten unterstützt die Praxis Ebach auch Altenheime durch Pkw-Werbung und karitative Einrichtungen wie etwa den Basar in Elkhausen und den Wissener Jahrmarkt, bei dem Schultheis auch jedes Jahr gemeinsam mit seiner Tochter als Feuerschlucker auftritt. hot