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Herdorf-Dermbach

100 Jahre nach Grubenunglück in Dermbach: Wie ein Bergmann damals wie durch ein Wunder überlebte

Von Niklas Irlich
Hoch über dem Dermbachtal stand die Förderanlage des Schachtes Concordia. Unser Bild entstand wenige Jahre nach dem Unglück.
Hoch über dem Dermbachtal stand die Förderanlage des Schachtes Concordia. Unser Bild entstand wenige Jahre nach dem Unglück. Foto: Archiv Bergbaumuseum des Kreises Altenkirchen, Herdorf-Sasse

Ein ganzes Jahrhundert ist inzwischen vergangen, seit sich auf der Dermbacher Eisenerzgrube Concordia ein aufsehenerregendes Grubenunglück ereignete. Beide Förderkörbe stürzten in den Schacht und rissen drei Bergleute mit in den Tod. Ein vierter Bergmann kämpfte 550 Meter unter Tage bei völliger Dunkelheit ums Überleben. Nach einer dramatischen Rettungsaktion erblickte er 72 Stunden später wieder das Tageslicht. Die Wiederentdeckung einer erschütternden Unglücksgeschichte.

Lesezeit: 4 Minuten
Die Grubenlampe hatte nicht richtig funktioniert, erinnerte sich Emil Oerter an diesen schicksalhaften Tag. Oerter stammte aus Herdorf und war damals Betriebsführer der Grube Concordia. Er wollte am 12. September 1922 gemeinsam mit zwei weiteren Bergleuten in die Grube fahren, bemerkte jedoch einen Defekt seiner Karbidlampe. Während seine Kollegen bereits ...
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Kurze Geschichte der Grube Concordia

Ihre erste Erwähnung fand die Grube unter dem Namen Salz im Jahre 1755. Die Anfänge vermutet man aber bereits im 16. Jahrhundert.

Der Betrieb soll bis ins 19. Jahrhundert hinein kein besonders rentabler gewesen sein. Dieser Umstand sollte sich auch erst ab etwa 1850 mit der Auffahrung eines neuen Stollens ändern. 1873 schlossen sich mehrere kleine Bergwerksbetriebe zur Grube Concordia zusammen. Ab 1900 wurde im tiefen Stollen eine Benzinlokomotive zur Förderung eingesetzt.

Der Schacht der Grube, in dem sich 1922 das Unglück ereignete, entstand ab dem Jahr 1903. Im Jahr 1910 gehörte der Bergwerksbesitz zur Eiserfelder Grube Eisenzecher Zug. 1912 war in 350 Metern Tiefe eine Verbindungsstrecke nach Eiserfeld fertiggestellt. Die Grube war zuletzt nur noch Betriebsabteilung von Eisenzecher Zug und wurde mit dieser zusammen am 29. Februar 1960 stillgelegt. Ihr Schacht erreichte eine Tiefe von 882 Meter. nik

Kreis Altenkirchen
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