Archivierter Artikel vom 16.04.2017, 06:00 Uhr

Warum der Osterhase Ostereier bringt: Ein Erklärungsversuch

Der Osterhase ist vermutlich eine protestantische Erfindung aus dem 17. Jahrhundert. Im Gegensatz zum Osterei: Weil ein Ei im Mittelalter als flüssiges Fleisch galt, mussten die Katholiken in der Fastenzeit darauf verzichten. Da die Hühner trotzdem Eier legten, wurden diese gekocht, bemalt und zu Ostern verschenkt.

Der katholische Theologe und Volkskundler Manfred Becker-Huberti führt die Idee mit dem Osterhasen darauf zurück, dass die Protestanten nicht fasteten: Auch sie hatten Gefallen an den bunten Hühnereiern gefunden, aber keinen Grund, in der Zeit vor Ostern auf sie zu verzichten, um sie am Fest zu verschenken. Nach dem Vorbild des Heiligen Nikolaus musste also ein Schenker gefunden werden, der seine Gaben unerkannt ablieferte – und das war der Hase. Das scheue Verhalten des Tieres ließ sich mit dem heimlichen Verstecken der Eier erklären. fbl