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Ahrtal

Unterwegs mit einem Gutachter im Ahrtal: Wer zahlt für die Flutschäden?

Im Keller von Laury Nowack sind die Spuren der Flutkatastrophe immer noch deutlich zu sehen. Das Hochwasser hat braune Muster an den Wänden hinterlassen. Fenster und Türen sind verzogen, die Heizkörper verdreckt. Bis zur Decke stand der Schlamm in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli, den Nachbarn, Freunde und Verwandte in den vergangenen Wochen mühsam weggeschaufelt haben. In einer Ecke brummt ein Bautrockner, um die Feuchtigkeit irgendwie wieder rauszubekommen. Gutachter Peter Schwenkmezger weiß, dass es hier unten mit ein paar Eimern Farbe nicht getan sein wird. Dafür hat er schon zu viele Gebäude im Ahrtal gesehen. Der Architekt hält ein Messgerät an Wand und Boden. Es beginnt, heftig zu piepsen. Dann schnellt der Wert von null auf 200. „Viel zu nass“, sagt Schwenkmezger. Heißt: „Der Putz muss runter.“ Die Feuchtigkeit ist viel zu tief eingedrungen. Und mit ihr potenzielle Giftstoffe. „Alles muss desinfiziert werden“, sagt Schwenkmezger.

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