Kreis Ahrweiler

Spenden für die Flutgebiete: Von Geld über Damenmode bis zu Leichtbauplatten

Auch Wochen nach der Katastrophennacht gelangen Spenden und praktische Hilfe aus dem gesamten Bundesgebiet in unsere Region. Auf diesen Seiten dokumentieren wir immer wieder das große Engagement von Firmen, Vereinen, Verbänden und Privatleuten:

  • Der Verein für Dorfgemeinschaftsaufgaben Elben/Scheiderwald hat die Aktion „Elben unterstützt Dernau“ ins Leben gerufen. Der Verein unterstützt alle Dernauer Familien mit Kindern, die vom Flutereignis betroffen und nicht versichert sind. Die Flutkatastrophe hat 90 Prozent der Häuser Dernaus und die Infrastruktur zerstört. Nunmehr wurden symbolisch erste Spendengelder ausgezahlt durch den Ortsvorsteher Peter Niklas, Organisator der Benefizveranstaltungen in Elben. Die Beigeordnete Elke Surges hat im Namen und im Auftrag von Bürgermeister Alfred Sebastian und der Ortsgemeinde Dernau dem Verein OV Elben herzlich gedankt. Diese Aktion läuft noch weiter, sodass es nicht die letzte Spendenübergabe der Elbener war, erklärt Peter Niklas.
  • Der Landesmusikrat Rheinland-Pfalz, Dachverband für das Musikleben von Hobbymusikern sowie von Profimusikern, Chören und Orchestern, hat eine Initiative zugunsten betroffener MusikerInnen im Flutgebiet gestartet. Unter dem Motto „Musik hilft Musik – Fluthilfe Rheinland-Pfalz“ werden Spendengelder gesammelt, die gezielt an betroffene Musikvereine, Musikschulen und ähnliche Einrichtungen sowie Akteure der freien Musikszene im Ahrtal weitergeleitet werden. Die eingehenden Spenden fließen zu 100 Prozent in die Hilfe vor Ort. Weitere Informationen sind abrufbar unter www.lmr-rp.de
  • Eine großzügige Spende von 5000 Euro wurde den Wanderfreunden aus Dernau, die sich seit Jahren intensiv um die Pflege und Unterhaltung des Dorfplatzes kümmern, überreicht. Der Erste Vorsitzende Rudolf Schwalbach und der Zweite Vorsitzende Dr. Patrick Schillberg vom Mandolinen Club TC „Wandervogel“ Merken bei Düren spendeten 2500 Euro aus dem Erlös einer kurzfristig anberaumten öffentlichen Probe als Startkapital für die Erneuerung des komplett zerstörten Dorfplatzes. Diesen Betrag verdoppelte der Wurstkönig und bekennende Dernau-Freund Dieter Meier aus Kreuzau auf 5000 Euro. Er versprach auch, eine neue Eselsstatue aus weißem Marmor als Ersatz für das zerbrochene und in den Fluten abhanden gekommene Standbild aufzustellen.
  • Nach dem Aufräumen im Ahrtal wollen die Menschen in der Region jetzt wieder ihre Infrastruktur aufbauen, die Häuser retten und sanieren. Der bayerische Baustoffhersteller Verotec spendete dafür 1800 Quadratmeter Leichtbauplatten. Auf zehn Euro-Paletten gingen diese vom Produktionswerk in Lauingen/Donau an den Baustoffhändler Kaiser, der in Walporzheim ein spezielles Zelt für Materialspenden errichtet hat. Wolfgang Müller vom Hersteller Ve­rotec berichtet: „Die Koordination der Helfer läuft mittlerweile hoch professionell. Wir können sicher sein, dass das gespendete Baumaterial dort ankommt, wo es wirklich gebraucht wird.“ Müller wohnt nicht weit entfernt vom Hochwassergebiet und hat in seiner Freizeit ehrenamtlich geholfen – als Baggerfahrer bei den Aufräumarbeiten, im Baustoffzelt und er will auch bei der Sanierung und dem Wiederaufbau der zerstörten Gebäude unterstützend dabei sein. Verotec-Geschäftsführer Dirk Franz unterstreicht: „Uns war von Anfang an klar, dass wir die Leute unterstützen. Dafür kam vor allem eine Materialspende infrage.“
  • Erste schnelle Hilfen sind ausgezahlt – der Deutsche Sportfahrer Kreis lässt seinem Versprechen Taten folgen, den Flutopfern schnell und unbürokratisch unter die Arme zu greifen. Insbesondere Vorstandsmitglied Hannes Scheid, in der Region beheimatet, engagierte sich bei der Verteilung der Gelder und Sachspenden, die auf Beschluss des DSK-Präsidiums direkt den betroffenen Gebieten zugeführt werden sollen. Insgesamt wurden in einer ersten Zuwendung 70.000 Euro an besonders gebeutelte Gemeinden im Katastrophengebiet rund um Adenau übergeben. DSK-Präsident Karl-Friedrich Ziegahn sagt: „Die Gelder werden zielgerichtet eingesetzt und kommen denjenigen zugute, die es momentan am ehesten benötigen.“ In Summe hat der DSK bereits mehr als 100.000 Euro zusammengetragen. Und die Aktion läuft weiter. Auf dem Konto des DSK-Hilfsfonds „Aktiv für Aktive“ (DE07 5605 1790 0117 5880 20) sind unter dem Stichwort „Unwetterhilfe“ Spenden für die Flutopfer willkommen.

Der Verein für Dorfgemeinschaftsaufgaben Elben/Scheiderwald unterstützt alle Dernauer Familien mit Kindern, die vom Flutereignis an der Ahr betroffen und nicht versichert sind. Stellvertretend für weitere 35 Familien wurden durch Ortsvorsteher Peter Niklas (7. von links) in Anwesenheit der Beigeordneten Elke Surges (9. von links) die Spenden an die anwesenden Familien überreicht. Foto: privat

Die evangelische Kirchengemeinde Nastätten hilft. Foto: Dekanat

1800 Quadratmeter Leichtbauplatten für das Ahrtal wurden Mitte August vom Lauinger Verotec-Werk ins Ahrtal versendet. Foto: Verotec

Eine großzügige Spende von 5000 Euro wurde den Wanderfreunden aus Dernau für die Erneuerung des zerstörten Dorfplatzes überreicht. Foto: privat

Die Macher freuen sich über die Aktion in Dernau. Mit dabei: Michael Meyer, Spender und Modeunternehmer (links), sowie Alfred Sebastian, Bürgermeister von Dernau. Foto: privat

Yvonne Corleis, Geschäftsführerin der Möbel-Corleis GmbH, will helfen. „Dass Menschen seit Wochen ohne Bett, Tisch oder Küche leben nimmt mich richtig mit!“ Zusammen mit Projektleiter Florian Claus von Sanierungsservice Küpper wird ein Plan erarbeitet: Über die Social Media-Kanäle der Familienunternehmen wird nun gezielt nach Flutopfern gesucht, die dringend Möbelspenden brauchen. Betroffene können Wünsche per E-Mail an moebelspende@ok.de äußern, und das Team um Yvonne Corleis sucht dann gezielt nach hochwertigen Möbelspenden bei Freunden und Kunden.

  • Mit einer Großspende hochwertiger und neuwertiger Damenoberbekleidung hat Meyer Moden aus Osnabrück vielen Frauen aus Dernau im Hochwassergebiet ein Stück Normalität geschenkt. Sie reisten nach Dernau und präsentierten die Sommerneuware an der Grundschule. Jede Frau Dernaus war eingeladen, sich etwas auszusuchen und kostenlos mit nach Hause zu nehmen. „Mehr als 330 verschiedene Kleidungsstücke haben wir für die Frauen in vielen unterschiedlichen Größen mitgebracht, um ihnen in dieser durch das Hochwasser zerstörten Zeit zu helfen“, sagt Spender und Modeunternehmer Michael Meyer. Seine Frau Christel ist auf die Idee gekommen, die großen Mengen an Sommerneuware, die durch den Lockdown nicht verkauft wurden, für die Flutopfer in Dernau persönlich zu übergeben. Es sollte ein Erlebnis werden. Als der Transporter und die Pkw angekommen waren und die Ware auf Ständern gezeigt wurde, war das „Freiluftshoppen“ eröffnet. Dernaus Bürgermeister Alfred Sebastian und Krisenkoordinatorin Ingried Näkel-Surges fanden die Aktion klasse. „Es baut die Leute auf“, sagt Bürgermeister Sebastian. „Nach den großzügigen gebrauchten Sachspenden in der Anfangszeit war diese Aktion mit Neuware genau das was wir nun brauchen“, ergänzt Krisenmanagerin Näkel-Surges. Möglich war die Aktion durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit der Malteser in der Diözese Osnabrück und Meyer Moden aus Osnabrück.
  • Die Mitarbeiter von Ortho Clinical Diagnostics, ein Unternehmen in der Labordiagnostik, haben eine Spendenaktion gestartet. Die Firma hat den gesammelten Betrag verdoppelt und noch etwas dazugelegt. So sind insgesamt 10.000 Euro zusammengekommen. Dieser Betrag geht an den Sozialfonds „Familie in Not“ der Waldbreitbacher Franziskanerinnen. Der Geschäftsführer der Ortho Clinical Diagnostics GmbH, Waclaw Lukovicz, hat die Spende im Krankenhaus offiziell übergeben. Unterstützt wird damit das Personal von Maria-Hilf, welches ebenfalls teilweise zu den Betroffenen der Flutkatastrophe gehört und unter ihren schlimmen Folgen leidet.
  • Viele der mehr als 50 Kirchenvorstände im Dekanat Nassauer Land haben beschlossen, die eigentlich für eigene Belange der Gemeinden vorgesehenen Gottesdienstkollekten an Hilfsinitiativen im Ahrtal zu spenden. Was dabei insgesamt zusammenkommt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht beziffern. Noch am Wochenende der Katastrophe packte das Team der Kleiderkammer in Nastätten Kisten mit Kleidung und Haushaltsgeräten, die ins Flutgebiet transportiert wurden. Mit einer außergewöhnlichen Idee hatte Singhofens Pfarrer Harald Peter Fischer in kurzer Zeit mehr als 1000 Euro gesammelt: Er nahm gegen eine Spende Interessenten zu einem Flug im Doppelsitzer-Motorschirm mit. Fast 200 Euro brachten zwei kleine Andachten in Hunzel und Marienfels ein. Ein ökumenischer Gottesdienst zum Hilchenfest in Lorch erbrachte 835 Euro. In etlichen Konfirmationsgottesdiensten wurde ebenfalls an die Flutopfer gedacht; allein 500 Euro kamen so in Langenscheid und Geilnau zur Linderung der Not im Katastrophengebiet zusammen. Eine große Spendenbox ist auch in der Kirchlichen Sozialstation in Diez aufgebaut.
  • Wie alle evangelischen Landeskirchen leistet auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) konkrete finanzielle Hilfe und unterstützt etwa die Aufbauhilfen für Gemeinden in den Überschwemmungsgebieten mit 100.000 Euro. Sie hatte außerdem vor allem für Familien kostenfreie Übernachtungen in ihrer Jugendburg Hohensolms bei Wetzlar angeboten. Insgesamt stehen dort unter dem Motto „Auszeit von der Katastrophe“ 700 Übernachtungen mit Vollpension, pädagogischem Angebot und seelsorglicher Begleitung zur Verfügung. Darüber hinaus ist nach wie vor die Notfallseelsorge sowohl im Krisengebiet im Einsatz als auch zur Nachbetreuung von Einsatzkräften, die zurückkehren.
  • Auch Kindertagesstätten sind durch die Fluten beschädigt worden. Deshalb startete die Katholische Kita GmbH in Trier einen Hilferuf, auf den auch die Kita St. Martin in Montabaur mit Spenden reagierte. Etwa 4000 Euro kamen durch den großen Einsatz der Kinder zustande, was das vorher festgelegte Spendenbarometer deutlich zum Überlaufen brachte. Ergänzt wurde die Summe noch durch einen Kuchenverkauf, der am darauffolgenden Tag in der Kita stattfand. Alle Spenden gehen zunächst ans Bistum Limburg, bevor sie dann ihren Weg zu den betroffenen Kindergärten finden.
  • Beim Seniorenkaffee in Illerich (Kreis Cochem-Zell) kam spontan der Vorschlag, eine Spende an die Flutopfer an der Ahr zu überweisen. In der Seniorenkasse sind ungefähr 750 Euro. Alle sprachen sich einmütig dafür aus, das Geld auf das Spendenkonto des Landes Rheinland-Pfalz für die Opfer der Flutkatastrophe zu überweisen. Am Abend folgte der Gemeinderat dem guten Beispiel der Senioren und spendete seinerseits 2250 Euro.