Archivierter Artikel vom 01.08.2021, 17:12 Uhr
Sinzig/Remagen

Rund zwei Wochen nach der Katastrophe: Umspannanlage in Sinzig provisorisch in Betrieb genommen

Rund zwei Wochen nach der verheerenden Flutkatastrophe im Ahrtal hat der Verteilnetzbetreiber Westnetz weitere Fortschritte bei der provisorischen Wiederherstellung der Netzinfrastruktur erreicht. So konnten die Mitarbeiter der Westnetz laut einer Pressemitteilung Teile der von den Flutwellen stark beschädigten Umspannanlage in Sinzig nun wieder provisorisch in Betrieb nehmen. Für die Instandsetzungsarbeiten waren täglich – auch an den Wochenenden – circa 40 Mitarbeiter und Dienstleister von Westnetz an Ort und Stelle im Einsatz.

Stefan Brück von Westnetz und sein Team machten die Umspannanlage Sinzig gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kolleginnen und Kollegen sowie Partnerfirmen nach den Unwetterschäden in Rekordzeit wieder flott.
Stefan Brück von Westnetz und sein Team machten die Umspannanlage Sinzig gemeinsam mit zahlreichen weiteren Kolleginnen und Kollegen sowie Partnerfirmen nach den Unwetterschäden in Rekordzeit wieder flott.
Foto: Westnetz

„Das Unwetter hat in der Umspannanlage Sinzig so verheerende Schäden angerichtet, dass die für die Stromversorgung wichtige Anlage nicht wieder in Betrieb gehen konnte. Daher haben wir die Umspannanlage Sinzig provisorisch und in absoluter Rekordzeit so weit ertüchtigt, um unsere Versorgungsaufgabe wieder erfüllen zu können“, erklärt Stefan Brück, Leiter der Primärtechnik bei Westnetz in Rheinland-Pfalz. „Es macht mich stolz, dass wir wichtige Teile des Umspannwerks bereits nach zwei Wochen wieder in Betrieb nehmen können. Dafür haben alle Helfer rund um die Uhr bis an die Leistungsgrenze gearbeitet.“

Umspannanlage in Sinzig ist ein zentraler Knotenpunkt

Die Umspannanlage in Sinzig ist ein zentraler Knotenpunkt zwischen dem Hochspannungs- und dem Mittelspannungsverteilnetz. Sie übernimmt verschiedene Aufgaben, die für den reibungslosen Betrieb des Netzes entscheidend sind. Ihre Hauptaufgaben: das „Ein- und Ausschalten“ der Stromleitungen und das Umspannen der elektrischen Energie auf eine andere Spannungsebene. „Nach der Unwetterkatastrophe wurden viele Anlagen zur Stromversorgung völlig zerstört. Die Zuschaltung der Umspannanlage stabilisiert unser Netz und verbessert die Versorgungsqualität in der Region um Sinzig und Remagen deutlich“, ergänzt Herbert Sesterhenn, Leiter Planen/Bau Rheinland-Pfalz bei Westnetz.

Da auch die Schaltanlagen durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, mussten große Teile der Umspannanlage saniert werden.
Da auch die Schaltanlagen durch das Hochwasser in Mitleidenschaft gezogen wurden, mussten große Teile der Umspannanlage saniert werden.
Foto: Westnetz

Ersatztransformator aus Bad Kreuznach wiegt 72 Tonnen

Als wesentlichen Baustein für die Wiederversorgung konnte Westnetz eine neue und leistungsstarke mobile Mittelspannungsschaltanlage in Betrieb nehmen, da die Flutwellen die vorhandene Schaltanlage komplett zerstört hatten (wir berichteten mehrfach). Der aufwendige Schwertransport der 19 Tonnen schweren Anlage wurde von einer Spezialfirma durchgeführt. Die provisorische Anlage trat ihre Reise vom Netzbetreiber Avacon Netz aus Salzgitter an und erreichte vergangene Woche ihr neues Ziel in Sinzig. Durch das Hochwasser in der Umspannanlage Sinzig wurde außerdem einer der beiden Hochspannungstransformatoren so stark beschädigt, dass dieser ausgewechselt werden musste. Der Ersatztransformator mit einem Gewicht von 72 Tonnen kam aus dem Reservepool der Westnetz und wurde vom Standort Bad Kreuznach nach Sinzig ebenfalls per Schwertransport gefahren.

In der Sinziger Anlage ist nun auch ein neuer Transformator aus dem Reservepool der Westnetz im Einsatz.
In der Sinziger Anlage ist nun auch ein neuer Transformator aus dem Reservepool der Westnetz im Einsatz.
Foto: Westnetz

Neue Hochspannungskabel von Mitarbeitern verlegt

Insgesamt also ein ungeheurer Kraftakt, um das Stromnetz in der Region zu stabilisieren. Darüber hinaus verlegten Mitarbeiter in der Umspannanlage oberirdisch neue provisorische Hochspannungskabel und setzten die elektrischen Betriebsmittel wie Schaltgeräte und Steuerschränke sowie Trafostellplätze, Straßen und Wege für Schwertransporte wieder instand.