Ahrtal

Psycho-soziale Unterstützung nach der Flut: Aufsuchende Hilfe im Ahrtal endet am 30. September

Die Aufsuchende Hilfe des Helfer-Stabs wird ab dem 30. September nicht mehr an Haustüren über Hilfsangebote zum Wiederaufbau informieren. Die Einzelfallhilfe des Helfer-Stabs bleibt allerdings erhalten und steht Betroffenen zur Unterstützung und Orientierung im Wiederaufbau zur Verfügung. Besonders im Fokus steht dabei die psychosoziale Unterstützung der Betroffenen. Dies geht aus einer Pressemitteilung hervor.

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Edna Wiechers, Mitarbeiterin der Einzelfallhilfe des Helfer-Stabs, im Gespräch mit einem Betroffenen Foto: Helfer-Stab/Jennifer Garstka
Edna Wiechers, Mitarbeiterin der Einzelfallhilfe des Helfer-Stabs, im Gespräch mit einem Betroffenen
Foto: Helfer-Stab/Jennifer Garstka

Während manche Projekte und Hilfsangebote zum Wiederaufbau auslaufen, bleiben andere bestehen. So auch die Einzelfallhilfe, ein kostenloses Angebot des Helfer-Stabs in Kooperation mit den Maltesern. Die Einzelfallhilfe bietet vor allem psychosoziale Unterstützung und ein offenes Ohr bei einem vertraulichen Gespräch. „Wir sehen immer wieder, dass auch zwei Jahre nach der Katastrophe viele Menschen noch mit der Verarbeitung der Erfahrungen in der Flutnacht zu tun haben und psychosoziale Themen immer größere Teile der Arbeit mit den Betroffenen darstellen“, erklärt Edna Wiechers, Mitarbeiterin der Einzelfallhilfe des Helfer-Stabs.

Es gibt auch Betroffene mit multiplen Problemlagen

Bei vielen zeigten sich Symptome posttraumatischer Belastungsstörungen wie Angstattacken und Schlafstörungen oder eine Resignation und Erschöpfung aufgrund der teilweise hohen bürokratischen Hürden im Wiederaufbau. Auch multiple Problemlagen, die schon vor der Flut bestanden und durch die Umstände der Katastrophe noch verstärkt wurden, können einige Betroffene belasten, so die Mitteilung weiter.

Hier setzt die Einzelfallhilfe an und unterstützt Betroffene durch Gespräche und die Weitervermittlung an etablierte Fachstellen je nach individuellem Bedarf. Die Einzelfallhilfe basiert auf den drei Säulen „Zuhören, Vermitteln, da sein“. Nach Terminabsprache wird in einem Gespräch mit einer ausgebildeten Fachkraft gesprochen und in einem Prozess einzelne Schritte zur Deckung des Hilfsbedarfes entwickelt. Gemeinsam werden dann festgestellte Hilfsbedarfe an weiterführende Hilfsangebote vermittelt.

Wir haben bei mir in der Küche gesessen und geredet – das tat gut.

Eine Anwohnerin, die das Hilfsangebot angenommen hatte.

Die Mitarbeitenden der Einzelfallhilfe sind damit auch in längerfristigen Prozessen ein konstanter Ansprechpartner. Alle Gespräche sind kostenfrei, zeitlich unbegrenzt und finden an einem beliebigen Ort statt – das kann sowohl zu Hause als auch draußen bei einem Spaziergang sein.

„Wir haben bei mir in der Küche gesessen und geredet – das tat gut. Die Mitarbeitenden kommen auch hier aus der Region und kennen die Situation vor Ort. Da musste ich gar nicht viel erklären und habe mich direkt verstanden gefühlt“, erzählt eine Anwohnerin, die das Angebot der Einzelfallhilfe in Anspruch genommen hat.

Die Kontaktaufnahme zur Einzelfallhilfe erfolgt über die Info-Points, die Mitarbeitenden der Fachgruppe direkt oder die Zentrale des Helfer-Stabs unter Tel. 0800/133 66 66. red