Archivierter Artikel vom 03.08.2021, 11:25 Uhr
Kreis Ahrweiler

Kostenübernahme im Katastrophengebiet: Unfallkasse hilft bei Sach- und Personenschaden im Ahrtal

Einen großen Aufschrei gab es vonseiten einiger Helfer im Ahrtal nach der Flutkatastrophe, dass entstandene Kosten und Schäden nicht erstattet werden. Was viele nicht zu wissen scheinen: Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz kann Kosten für Sachschäden und sogenannte Personenschaden übernehmen.

Bauunternehmer Paul Sauer aus Koblenz hilft mit 20 Mitarbeitern aus seinem Unternehmen und zahlreichen Baumaschinen den Flutopfern.
Bauunternehmer Paul Sauer aus Koblenz hilft mit 20 Mitarbeitern aus seinem Unternehmen und zahlreichen Baumaschinen den Flutopfern.
Foto: Thomas Frey – dpa

Wer sich als Nothelferin bzw. Nothelfer bei den Aufräumarbeiten im Katastrophengebiet in Rheinland-Pfalz verletzt oder zu Schaden kommt, ist über die Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP) gesetzlich unfallversichert. Die Behandlung sogenannter Körperschäden, wie etwa ein Beinbruch oder Schnittwunden, sind ebenso versichert wie psychische Belastungen. Auch das eingesetzte Equipment der Helfenden ist in bestimmten Fällen versichert.

„Dieser Schutz gilt, solange die Region als Katastrophengebiet erklärt ist, bei Seuchengefahr oder auch bei mangelnder Strom- und Wasserversorgung und solange die Zufahrtswege noch nicht hergerichtet sind“, sagt Jörg Zervas von der Unfallkasse Rheinland-Pfalz. „Alle Personen, die bei Unglücksfällen oder in Not Hilfe leisten oder Menschen aus erheblicher Gefahr für ihre Gesundheit retten, sind gesetzlich unfallversichert“, ergänzt Zervas.

Welche Leistungen umfasst der Versicherungsschutz?

„Die Unfallkasse übernimmt im Falle eines Unfalls oder einer Verletzung der Nothelfenden die Kosten der Heilbehandlung und medizinischen Rehabilitation. Dazu zählt unter anderem die Behandlung beim Arzt, im Krankenhaus oder in der Rehabilitationsklinik, einschließlich der notwendigen Fahrt- und Transportkosten, Arznei-, Verband- und Heilmittel sowie Therapien und Maßnahmen zur psychotherapeutischen Versorgung“, erläutert der UK RLP-Abteilungsleiter für Rehabilitation und Entschädigung. Auch bei weiteren Folgeschäden sei der Versicherungsschutz gewährleistet.

Die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt soll darüber informiert werden, dass sich der Unfall durch eine Tätigkeit als Nothelferin bzw. als Nothelfer ereignet hat. Hierüber erfolgt dann die ärztliche Unfallmeldung an die UK RLP. Betroffene können zudem für die Unfallanzeige das gesetzlich vorgegebene Formblatt nutzen. Die „Unfallanzeige für Beschäftigte“ kann als PDF-Datei von der Internetseite www.ukrlp.de, Webcode 132 heruntergeladen werden.

Ersetzt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz auch Sachschäden?

Hat der oder die Betroffene ein Hilfsmittel wie z. B. Brille, Hörgerät, Zahnersatz oder Prothese bei der versicherten Tätigkeit getragen und wird es dabei beschädigt bzw. geht es verloren, übernimmt die Unfallkasse die Reparaturkosten bzw. bei Verlust die Kosten der Ersatzbeschaffung.

Auch das Equipment, das bei der Hilfe zum Einsatz kommt und beschädigt wird, ist unter bestimmten Umständen versichert, so zum Beispiel ein Notstromaggregat, Reifen oder auch beschädigte Kleidung. Der Schaden ist entsprechend nachzuweisen. Hierzu schickt die UK RLP Betroffenen, die sich melden, im Schadensfall ein Antragsformular zu.

Ausführliche Informationen zum Versicherungsschutz finden Sie auf der Homepage der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Wie ist die UK RLP bei Fragen erreichbar?

Per E-Mail an notfall@ukrlp.de

oder per Post an folgende Adresse:

Unfallkasse Rheinland-Pfalz
Orensteinstraße 10
56626 Andernach

Telefonisch erreichen Sie uns unter
Telefon: 02632 960-1110
Telefax: 02632 960-1011