Archivierter Artikel vom 01.08.2021, 18:52 Uhr
Kreis Ahrweiler

Internet aus dem All: Elon Musk hilft aus dem Funkloch

Weder Internet noch Telefon funktionieren seit der Hochwasserkatastrophe in vielen Orten des Ahrtals. Viele Verteilerkästen und Leitungen wurden bei den Fluten, die ganze Ortschaften zerstört haben, ebenfalls mitgerissen. Der Kontakt zur Außenwelt ist teilweise komplett abgebrochen. Das macht es nicht nur kompliziert, sich zu vernetzen und um Hilfe zu bitten, sondern erschwert auch die Organisation am Ort. Damit die Region nicht weiterhin ein Funkloch bleibt, gibt es nun eine Lösung.

Von Annika Wilhelm
Massen von Leergut wurden durch die Flut angeschwemmt. Ein Problem: Dies zieht nun Flaschensammler an, obwohl das Material kontaminiert sein kann. Das Bild entstand am 15. Juli. Foto: Christian Koniecki
Massen von Leergut wurden durch die Flut angeschwemmt. Ein Problem: Dies zieht nun Flaschensammler an, obwohl das Material kontaminiert sein kann. Das Bild entstand am 15. Juli.
Foto: Christian Koniecki

Der Tesla-Gründer Elon Musk will der Region helfen und Betroffene unterstützen: Mit dem Satellitenprogramm „Starlink“ will er dem Ahrtal Internet aus dem Weltall bereitstellen.

Auch wenn die Telekommunikationsunternehmen wie Telekom, Vodafone und O2 bereits an einer Lösung arbeiten, sind noch lange nicht alle gefluteten Gebiete wieder mit Internet und stabilem Handynetz versorgt. Laut Digitalisierungsminister Alexander Schweitzer konnten durch die Bemühungen der Telekommunikationsunternehmen jedoch schon mehr als 90 Prozent der weit über 500 ausgefallenen Mobilfunkstationen wieder in Betrieb genommen werden. Doch einige Standorte bleiben weiterhin unversorgt. Genau diesen Gebieten soll jetzt mit Elon Musks Satelliteninternet ausgeholfen werden. So können die Menschen in den Orten einfacher an Unterstützung gelangen.

Zwölf „Starlink“-Satellitenschüsseln hat das Land schon in insgesamt elf Ortsgemeinden der Verbandsgemeinde Altenahr und Ortsteilen von Bad Neuenahr-Ahrweiler installiert. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion des Landes (ADD) teilt mit, dass dazu die Ortschaften Liers, Ahrbrück, Brück, Pützfeld, Kreuzberg, Rech- Nord, Rech-Süd, Dernau, Marienthal, Heimersheim und Heppingen zählen. Die Satellitenschüsseln sorgen dafür, dass die Menschen einen kostenlosen Internetzugang bei den eingerichteten Servicepunkten an den jeweiligen Standorten bekommen. Laut der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion soll die Anzahl der Zugangspunkte auf 35 ansteigen.

Wie der Nachrichtendienst heise online mitteilt, ist der Einsatz im Ahrtal nach dem Hochwasser der erste größere Einsatz für „Starlink“ nach einer Naturkatastrophe. „Starlink“ soll generell dort einen schnellen Internetzugang ermöglichen, wo Anschlüsse aus den unterschiedlichsten Gründen gar nicht erst anliegen. Im Ahrtal, wo durch die Flut zahlreiche Anschlüsse und Leitungen zerstört wurden, ist das Satelliteninternet eine schnelle Lösung für die derzeit nur begrenzt funktionierenden Kommunikationsmöglichkeiten. Um eine Internetverbindung zu den mobilen Endgeräten wie einem Smartphone zu ermöglichen, sind eine kleine, beheizbare Antenne und ein WLAN-Router nötig, der von Elon Musks Unternehmen SpaceX bereitgestellt wird.

Von unserer Reporterin

Annika Wilhelm