Archivierter Artikel vom 29.07.2021, 18:42 Uhr
Kreis Ahrweiler

Hilfszentrum am Bad Neuenahrer Bahnhof: Caritas koordiniert Hilfe für Flutopfer

Auf Hochtouren läuft beim Ortsverband Ahrweiler der Caritas die Organisation nach der Flutkatastrophe. Wie hoch die Spenden für die Flutopfer sind und wann sie beim Ortsverband eintreffen, ist laut Caritas-Sprecherin Christiane Böttcher derzeit noch nicht klar.

Von Judith Schumacher
Vor dem Caritas-Stützpunkt am Bad Neuenahrer Bahnhof ist ein Hilfszentrum aufgebaut.
Vor dem Caritas-Stützpunkt am Bad Neuenahrer Bahnhof ist ein Hilfszentrum aufgebaut.
Foto: Judith Schumacher

„Es gibt ein sehr umfangreiches Papier darüber, wie im Katastrophenfall zu handeln ist, darin ist auch die Spendenausgabe geregelt, wir bekommen da Unterstützung und entsprechende Unterlagen vom Diözesanverband Trier. Die Spenden, die wir rausgeben, sind nachrangig, erst müssen diejenigen Gelder greifen, wo es einen Anspruch vor gesetzlichem Hintergrund gibt, erst wenn alles andere nicht mehr zieht, dann kommen wir ins Spiel“, erklärt Böttcher. Grundsätzlich würden die Gelder in kurzfristige, mittelfristige und langfristige Hilfen unterteilt. Bei mittelfristigen Hilfen gehe es dann schon um den Bereich Wiederaufbau.

„Wir sind ein Verein und dürfen uns anvertraute Gelder nach der gesetzlichen Vorgabe nur für mildtätige Zwecke abgeben. Wir müssen dann abwägen, inwieweit Flutgeschädigte je nach Grad der Bedürftigkeit Gelder erhalten. Es gibt aktuell die Idee, eine Flutkatastrophenmanagerin zu beschäftigen, die alles strukturiert“, so Böttcher. Derzeit koordiniert Silvia Plum bei der Caritas diese Aufgaben. Es wurde gerade erst eine gesonderte E-Mail-Adresse eingerichtet, bei der Flutopfer ihre Situation schildern und Bedarf anmelden können. „Dann werden wir uns nach dieser ersten Kontaktaufnahme auf jeden Fall zurückmelden“, so die Caritas-Sprecherin. Es würden jedoch erst Strukturen aufgebaut werden müssen. Die Caritas in Ahrweiler wird aktuell von einer Mitarbeiterin der Caritas Dresden beraten, die schon mit Hochwasseropfern zu tun hatte.

Die Caritas hat selbst diverse Schäden an ihren Objekten. So etwa die integrative Kindertagesstätte St. Hildegard in Bachem, die komplett zerstört wurde. Auch sind viele Caritas-Mitarbeiter selbst von Flutschäden betroffen. Das Haus einer Kollegin sei schon abgerissen worden. „Wir arbeiten mit einer Rumpfmannschaft, um alles zu organisieren, etwa einen Fahrdienst, der traumatisierte Kinder zur psychologischen Versorgung transportiert und wieder abholt, oder um Menschen zu den verschiedenen Beratungsbereichen zu fahren, wie etwa der Schwangerenberatungsstelle“, beschreibt Böttcher die aktuelle Situation.

Auch wären alle der Caritas bekannten Hilfsbedürftigen kontaktiert worden. Die Vernetzung mit den Seelsorgern der katholischen Kirche und mit der Sozialdezernentin des Kreises laufe sehr gut. Die Tafeln in Ahrweiler und Sinzig sind aktuell für Jedermann zugänglich, ohne dass eine Bedürftigkeit geprüft wird. Die Ahrweiler Tafel hat montags bis freitags von 10 bis 12 geöffnet, die Sinziger Tafel in der Koblenzer Straße 1a in der gleichen Zeit immer dienstags, donnerstags und freitags.

Wer eine Auszeit von den Schrecknissen der Katastrophe braucht, kann am Sonntag um 15 Uhr zum Café Auszeit im Lantershofener Winzerverein kommen, das von der Initiative „Leben und älter werden in der Grafschaft“ initiiert wurde. Hierfür gibt es auch einen Fahrdienstshuttle, für den man sich anmelden muss.

Kontakt für betroffene Flutopfer: Tel. 02641/759.860, E-Mail flut@caritas-ahrweiler.de