Archivierter Artikel vom 24.02.2021, 09:00 Uhr
Altenahr

Altenahr: Rodelbahnbesitzer fordert Wiedereröffnung

Hotellerie, Gastronomie, Einzelhandel – alle sehnen das Ende des Lockdowns herbei. Für immer mehr Branchen wird es wirtschaftlich immer enger. Auch die Betreiber der drei Sommerrodelbahnen, die es in Rheinland-Pfalz außerhalb von Freizeitparks gibt, fordern die Möglichkeit der Wiedereröffnung ihrer Geschäfte, um den finanziellen Kollaps zu verhindern. Die Betreiber der Sommerrodelbahnen auf der Loreley, in Saarburg und in Altenahr fordern jetzt Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler zum Handeln auf.

Darauf müssen zurzeit nicht nur Kinder verzichten. Auch Erwachsene setzten sich gerne auf eine Sommerrodelbahn.  Foto: Vollrath
Darauf müssen zurzeit nicht nur Kinder verzichten. Auch Erwachsene setzten sich gerne auf eine Sommerrodelbahn.
Foto: Vollrath

„Wir wünschen und fordern, dass unsere speziellen Sportanlagen bei der Neufassung der Coronaverordnung sachgerecht behandelt werden“, heißt es in einem offenen Brief an die Ministerin, den auch Dr. Eugen Dick von der Bahn in Altenahr unterschrieben hat. Schließlich sei man in der Lage, die Hygienevorschriften zu erfüllen. „Sommerrodelbahnen werden im Freien betrieben. Bei Auffahrt und Abfahrt sind die Abstände zwischen den Rodlern groß. Es wird dafür gesorgt, dass die Besucher beim Anstehen die vorgeschriebenen Abstände einhalten“, heißt es in dem Schreiben.

In einer umfangreichen, detaillierten Analyse des Ansteckungsrisikos mit dem Virus über Aerosole komme das Institut für Energietechnik der Technischen Universität Berlin zum Ergebnis: „Klar ist aber, dass sich die Menschen im Freien nahezu gar nicht anstecken.“ Die denkbare Übertragung von Viren von den vorigen auf die späteren Nutzer der Rodelschlitten würde durch Hygienekonzepte verhindert. Im Ergebnis, so die Betreiber der Freizeiteinrichtungen, gehe von der Nutzung von Sommerrodelbahnen keine Ansteckungsgefahr aus. Zudem wäre die Öffnung der Bahnen ein geeignetes Signal gegen den Frust, der sich in der Lockdownzeit herausgebildet habe.

Auch die wirtschaftliche Seite wird von den Betreibern angesprochen. „Offene Sommerrodelbahnen schaffen Einkommen bei den Beschäftigten, sie sind dann nicht mehr von staatlichen Hilfen abhängig.“ Das Verbot des Betriebs der Sommerrodelbahnen sei der schwerste denkbare Eingriff in die vom Grundgesetz garantierte Gewerbefreiheit. „Wir halten das Verbot des Betriebs der Sommerrodelbahnen nicht mehr für rechtlich gerechtfertigt angesichts der nicht gegebenen Ansteckungsgefahr und der schwerwiegenden wirtschaftlichen Folgen. Geben Sie den Betrieb der Sommerrodelbahnen frei. Verbieten Sie den Bürgern nicht weiterhin das Rodeln“, heißt es abschließend in dem offenen Brief. ua