Archivierter Artikel vom 07.06.2019, 21:20 Uhr
Nürburgring

Willkommen zu Hause, willkommen bei Rock am Ring!

Welcome home – willkommen zu Hause. So werden die Zehntausenden Musikfans begrüßt, die an Tag eins von Rock am Ring auf das Gelände strömen. Zusätzlich auch all die, die die Festival begleitende App nutzen. Und tatsächlich: In vielen Momenten fühlt es sich am Nürburgring an wie ein Nachhausekommen – auf jeden Fall vor und vermutlich mitunter auch hinter der Bühne.

Anke MersmannLesezeit: 3 Minuten

Also dann. willkommen am Ring. Hereinspaziert in einen wilden Strudel aus Livemusik, Party und Camping. Eine Mischung, die auf viele Musikfans Jahr für Jahr einen so großen Sog ausübt, dass sie immer wieder an den Ring kommen. Und der auch Neulinge so vereinnahmt, dass sie sich zügig willkommen und wohl in einem Zuhause fühlen, dessen Herzstück drei Bühnen sind, in dem es gut 80.000 Mitbewohner gibt und wo der Sound alles andere als auf Zimmerlautstärke aufgedreht wird.

Ein Rheinland-Pfälzer auf dem Ring

Seit dem frühen Freitagnachmittag dröhnt am Ring der Gitarrensound, krachend klingt er beispielsweise bei Badflower und Deadland Ritual auf der Hauptbühne, der Volcano Stage, während drüben auf der Crater Stage Max Gruber alias Drangsal tanzbaren, klugen Indiepop auffährt. Auch für Gruber ist der Auftritt in der Eifel ein Heimspiel. Er stammt aus Rheinland-Pfalz, aus Kandel, und kann für sich verbuchen, 2016 eines der spannendsten Debütalben des Jahres auf den Markt gebracht zu haben. Platte Nummer zwei war nicht minder auffällig, entsprechend tummelt sich eine für den Nachmittag ansehnliche Masse an Fans vor der Bühne. Sie feiern, wippen und tanzen – oder sitzen im Gegenentwurf etwas weiter entfernt von Tamtam auf dem Boden und genießen die Sonne.

Tag eins bei RaR: So sehr freuen sich die Fans auf das Mega-Event.

Jens Weber

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Kevin Rühle

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Kevin Rühle

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Nicolaj Meyer

Was allerdings nur ein vorübergehendes Vergnügen ist: Der erste kräftige Regenschauer des Tages bringt Abkühlung, aber auch das ist man am Ring gewohnt, kein Grund zur Aufregung. Beunruhigender sind eher die Aussichten: Der Deutsche Unwetterdienst kündigt Unwetter und Sturmböen an – mal wieder. Schon in der Nacht zum Donnerstag hatte es kräftig geregnet und gestürmt über der Eifel, die früh angereisten Ring-Rocker hatten eine nasse und ungemütliche Nacht. Bis zum späten Freitagabend blieb es dann aber ruhig. Zumindest, was das Wetter betrifft. Musikalisch schöpft die Technik an den drei Bühnen aus dem Vollen, um nonstop einen satten Sound über das Festivalgelände zu legen – für Ring-Rocker ist es der Klang der Heimat.

Viel Rock, ein wenig Pop

Und auch beim Line-up, also der Riege der eingeladenen Bands, müssen sich die Fans nicht groß umgewöhnen – es ist voll nach dem bewährten und bekannten Rock-am-Ring-Konzept besetzt: Vielseitigkeit in Sachen Rock und Metal ist angesagt, dazu ein bisschen Pop und Hip-Hop. 75 Bands sind dabei, etwas weniger als die 80 im vergangenen Jahr.

Mit den Ärzten als Topgruppe tritt am heutigen Samstag eine Band auf, für die das „Welcome home“-Motto ebenfalls gilt: Sie spielte schon mehrfach in der Eifel und kehrt jetzt nach einer sechsjährigen Konzertpause zurück. Auch die anderen wichtigsten Bands sind bekannt am Ring: Tool mit ihrem Progressive Metal, die Trashmetal-Ikonen Slayer und die harten Jungs von Slipknot spielten schon mehrfach hier – auch hier gilt: willkommen zu Hause.

Die Wiedersehensfreude ist entsprechend ausgeprägt: An Tag eins feiern die Ringrocker ausdauernd. Beispielsweise mit Alice in Chains, die am frühen Abend den Grunge auf die Volcano Stage bringen, oder später mit Gitarrenlegende Slash, der mit Myles Kennedy kernigen Rock 'n' Roll liefert: Die Masse jubelt und fühlt sich willkommen. Musik kann Heimat sein.

Von unserer Redakteurin Anke Mersmann