Archivierter Artikel vom 09.07.2022, 06:00 Uhr
Ahrtal

Feuerwehr organisierte sich selbst – Der größte Einsatz in der THW-Geschichte

Zehntausende Helfer kamen alleine durch Feuerwehren, Hilfsorganisationen und die Polizei in den Tagen nach der Flut an die Ahr. Für das THW war es der bisher größte Einsatz in der Geschichte.

Von Frank Bugge

Unglaublich viele Feuerwehren halfen bei der Opfersuche und den Aufräumarbeiten im Ahrtal. Die genaue Anzahl der Helfer lässt sich nur schätzen.
Unglaublich viele Feuerwehren halfen bei der Opfersuche und den Aufräumarbeiten im Ahrtal. Die genaue Anzahl der Helfer lässt sich nur schätzen.
Foto: picture alliance/dpa

Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier kann offenbar keine differenzierte und detaillierte Übersicht über den Einsatz der freiwilligen Feuerwehren aus der Bundesrepublik in der Katastrophenphase im Ahrtal vorlegen. Auf RZ-Anfrage, aus welchen Bundesländern, Kreisen, Städten oder Gemeinden wie viele Feuerwehrfrauen und -männer in welchem Tages- und Stundenumfang geholfen haben, verweist die ADD auf die Struktur des Feuerwehrwesens.

„Täglich kamen Hunderte Kräfte neu in den Einsatz, die durch Kräfte der jeweils eigenen Organisation abgelöst wurden oder den Heimweg angetreten haben. Deshalb wurden die Helferinnen und Helfer mit ihren Einsatzzeiten von ihren jeweils eigenen Organisationen erfasst. Bei den Feuerwehren kommt hinzu, dass diese in allen Bundesländern kommunal organisiert sind. Einheiten, die von anderen Bundesländern entsandt wurden, wurden in der Regel als geschlossene Verbände tätig.“

Angaben zu Personenzahlen könnten daher nach Rücksprache mit den Organisationen nur geschätzt werden. Im Ahrtal seien rund 27.000 Einsatzkräfte aus Rheinland-Pfalz (umfasst Feuerwehr, Hilfsorganisationen und Polizei) und rund 23.000 Einsatzkräfte anderer Bundesländer aktiv gewesen. Zentral organisierte Einsatzkräfte von Bundeswehr, THW und Bundespolizei seien in diesen Zahlen nicht berücksichtigt. Der Deutsche Feuerwehrverband, Interessenvertretung der rund 1,3 Millionen Angehörigen von freiwilligen, Jugend-, Berufs- und Werkfeuerwehren in bundesweit 30.000 Feuerwachen und Feuerwehrhäusern, führt keine eigene Statistik.

Rund 17.000 Männer und Frauen aus dem Haupt- und Ehrenamt waren für das THW an der Ahr im Einsatz
Rund 17.000 Männer und Frauen aus dem Haupt- und Ehrenamt waren für das THW an der Ahr im Einsatz
Foto: picture alliance/dpa

Für das Technische Hilfswerk (THW) startete am 14. und 15. Juli der größte Einsatz seiner Geschichte. Es waren rund 17.000 Männer und Frauen aus dem Haupt- und Ehrenamt im Einsatz. Zu Hochzeiten waren täglich mehr als 4000 Kräfte aus allen 668 in der Bundesrepublik bestehenden Ortsverbänden am Ort. Alle 25 Teileinheiten mit ihren Untertypen waren gefordert. Dabei kamen mehr als 2,6 Millionen Einsatzstunden zusammen. Das THW hatte mehrere Einsatznachsorgeteams dabei, die mit den Einsatzkräften das Erlebte aufbereitete.