Archivierter Artikel vom 13.05.2015, 13:13 Uhr
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Lehmen

Wegen Ringelnatter rückte die Polizei in Lehmen an

Eine Schlange, die sich auf einer Terrasse sonnte, hat in Lehmen für Aufregung gesorgt. Eine Zoofachhandlung gab dann Entwarnung, als die Polizisten das vorläufig festgenommene Tier vorführten. Wie eine Ringelnatter aussieht und welche Schlangen in unserer Region außerdem schon gesichtet wurden.

Rund ein Meter lang, sonnte sich auf der Terasse in Lehmen: Die Polizei fing das Tier ein, das sich dann als Ringelnatter entpuppte.
Rund ein Meter lang, sonnte sich auf der Terasse in Lehmen: Die Polizei fing das Tier ein, das sich dann als Ringelnatter entpuppte.
Foto: Polizei

Ein besorgter Bürger alarmierte im Dienstagnachmittag die Polizei: Er hatte überraschenden Besuch, und der war ihm nicht geheuer. Um kurz nach 15 Uhr hatte der 47-jährige Lehmener auf seiner Terrasse in der Straße „Auf der Pat“ eine rund ein Meter lange Schlange entdeckt, die sich dort sonnte. Da weder er noch die alarmierten Rettungskräfte ausschließen konnten, dass es sich um eine Giftschlange handelt, waren die Polizisten als Tierfänger gefragt.

Beamte der Polizeiinspektion Koblenz 2 machten sich mit Fang- und Aufbewahrungsutensilien eines Terraristik-Fachgeschäfts auf den Weg nach Lehmen. Das Tier wurde eingefangen und zu einer Zoo-Fachhandlung nach Metternich gebracht. Die Mitarbeiter dort konnten Entwarnung geben: eine einheimische Ringelnatter, völlig harmlos. Sie wurde wieder in die Natur entlassen.

Auch Schlangen wie diese Kornnatter – hier auf einem Bild aus dem Tierheim – werden gelegentlich frei entdeckt und von der Tierrettung eingefangen. Exotische Reptilien sind als Haustiere immer beliebter.

Tierheim Koblenz

Im Engerser Feld entdeckt: eine Bullennatter. Wenn sie sich bedroht fühlt, mimt sie eine Klapperschlange, um auf Feinde Eindruck zu machen. Foto: Christian Stoltze

Nicht sehr gefährlich, aber doch bissig: Coronella Austriaca – zu deutsch Schlingnatter. In einem Discounter in Idar-Oberstein gab es wegen eines Exemplars Aufregung. Foto: Christian Fischer CC BY-SA 3.0

Entwarnung: So sieht eine Ringelnatter aus – und die ist völlig harmlos. Dennoch geraten viele Gartenbesitzer in Panik, wenn sich auf einmal so ein Reptil aus dem Gebüsch schlängelt. Immerhin wird die heimische Schlange bis zu 1,40 Meter lang.

Tierheim Koblenz

Eine Kornnatter in einem Tierheim in ihrem Terrarium – sie ist ungiftig.

picture alliance / dpa

Ungiftig – aber das konnte ja erst mal niemand wissen: Eine Königsnatter vom Parkplatz Märker Wald an der A3. Die Schlangenart ähnelt den giftigen Korallenottern. Die Farbfolge unterscheidet sie. Bei Königsnattern sind schwarze Streifen zwischen den weißen und den roten Bändern – bei Korallennattern nicht. Faustregel: “Blut an Dotter, Killer-Otter. Blut an Kohle, dir zum Wohle.„

Polizei

Weder im Motorraum des A3 noch sonst in der Region heimisch: ein Königspython, die eine Werkstatt in Koblenz entdeckte. Aus Terrarien ausgerissene oder ausgesetzte Tiere sorgen immer wieder für Aufregung.

Eine zwei Meter große Boa Constrictor wird im August 2014 in Daufenbach im Kreis Trier-Saarburg gefangen – bereits die zweite Würgeschlange in diesem Gebiet. Wie die Tiere dorthin kamen war auch für die Polizei ein Rätsel. Alle Riesenschlangen sind Würgeschlangen und ungiftig. Der Mensch gehört nicht in ihr Beuteschema. Foto: Geidies

Zwei in der Klemme: Die Ringelnatter am Schulteich der Realschule plus in Birkenfeld hatte den Mund zu voll genommen. Später ließ sie von der Kröte ab. Foto: Bernd Schreiber

Rund ein Meter lang, sonnte sich auf der Terasse in Lehmen: Die Polizei fing das Tier ein, das sich dann als Ringelnatter entpuppte.

Polizei

Entwarnung: So sieht eine Ringelnatter aus – und die ist völlig harmlos. Dennoch geraten viele Gartenbesitzer in Panik, wenn sich auf einmal so ein Reptil aus dem Gebüsch schlängelt. Immerhin wird die heimische Schlange bis zu 1,40 Meter lang.

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Charakter-Schädel: Die gelblichen Flecken am Hinterkopf sind ein Erkennungsmerkmal der Ringelnatter.

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Weder blind, noch eine Schlange – und durch die Katze in Gefahr, nicht umgekehrt: Die Blindschleiche gehört zu den Echsen – und hat ihren Namen wohl von ihrem glänzenden Körper – blendender Schleicher. Unserem Leser Horst Heinrich Goergen gelang die Aufnahme in Alf an der Mosel.

Horst Heinrich Goergen

Einzige giftige heimische Schlangenart – die Kreuzotter. Vergiftungserscheinungen treten – wenn überhaupt – ein bis zwei Stunden nach dem Biss auf: Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüche und ein anhaltend niedriger Blutdruck. Die Kreuzotter lebt vor allem am Niederrhein, in den südlichen Mittelgebirgen und den Alpen.

Auf bis zu 1,90 Meter bringen es ausgewachsene Äskulap-Nattern. Damit sind sie fast doppelt so lang wie die wesentlich bekanntere und verbreitetere Ringelnatter.

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Eine Kornnatter liegt in einem Karton. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine ungiftige Kornnatter aus Nordamerika.

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Eine Schlingnatter beim Sonnenbad. Häufig wird sie mit der giftigen Kreuzotter verwechselt. Kreuzottern haben aber im Unterschied auf dem Rücken ein schwarzes Zickzackband und schlitzförmige Pupillen. Schlingnattern haben runde Pupillen. Foto: Lore Bleibtreu/Nabu

Ein Mitarbeiter des Hauses für Natur hält in Dormagen eine Ringelnatter und einen “Schlafsack" in den Händen.

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Eine Ringelnatter schlängelt sich durch Laub. Die Ringelnatter ist ein für Feuchtgebiete typisches Tier. Die Schlange braucht diesen Lebensraum, denn sie ernährt sich von Fischen und Fröschen.

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Eine Ringelnatter züngelt mit ihrer gespaltenen Zunge.

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