Archivierter Artikel vom 25.04.2019, 12:42 Uhr

Sicherheitstest führte zur Explosion im Reaktorblock

Tschernobyl ist zum Synonym geworden für die größte Katastrophe, die es bislang in der zivilen Nutzung der Atomenergie gab. Ursache für die Explosion in Reaktor vier des damaligen, sowjetischen Kernkraftwerks in der Ukraine war ein Sicherheitstest. Mit einem simulierten Stromausfall sollte nachgewiesen werden, dass die Anlage auch ohne Stromzufuhr von außen selbst genügend elektrische Energie produzieren kann, um die nötigen Kühlsysteme in Betrieb zu halten.

Der Versuch geriet außer Kontrolle, der Reaktorblock explodierte und setzte große Mengen radioaktiver Stoffe frei. Tausende Menschen starben oder erkrankten an Krebs, ausgelöst durch die Strahlung. In Deutschland führte der Super-GAU zu einer Debatte über die Nutzung der Atomenergie. Kurz nach der Katastrophe entstand das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit. Erneuerbare Energien rückten in den Fokus. Grundlegend wandelte sich die Atompolitik jedoch erst nach dem Reaktorunglück in Fukushima 2011, in dessen Folge die Bundesregierung beschloss, die Nutzung der Atomenergie zu beenden.