Archivierter Artikel vom 31.03.2017, 13:43 Uhr
Koblenz

Schupp: Steuer senken, Seilbahn ausbauen

Vier Kandidaten stehen am 24. September zur Wahl, wenn die Koblenzer sich für einen neuen Oberbürgermeister entscheiden. Einer von ihnen ist das FDP-Ratsmitglied Torsten Schupp.

Von Peter Karges
Schupp: Steuer senken, Seilbahn ausbauen
Foto: pka

Im Herzen der Koblenzer Altstadt, am Schängelbrunnen, eröffnete der Liberale am Mittwochabend seinen Wahlkampf. Allerdings war der 46-Jährige erst einmal recht schweigsam, denn wie aus dem Showgeschäft bekannt, gab es vor der späteren Diskussion mit ihm im Restaurant „Alt Koblenz“ ein Vorprogramm mit Altstadtoriginal Manfred Gniffke. Und der Koblenz-Kenner erwies sich dabei als famoser Eisbrecher, denn in gewohnt salopper, aber gleichfalls interessanter Art unterhielt er die rund 50 Besucher mit Anekdoten und Histörchen bei einem fast zweistündigen Gang durch die Altstadt.

Die Blickrichtung eines OB-Kandidaten zielt allerdings qua Aufgabe weniger in die Vergangenheit. Und so erläuterte Torsten Schupp bei der späteren Diskussion denn auch vor allem seine Vorstellungen von der Zukunft der Stadt Koblenz. In Bezug auf die Finanzen möchte er unter anderem die Gewerbesteuer senken, damit sich mehr Betriebe in Koblenz ansiedeln. „Und im Endeffekt kann man so trotz niedrigerer Gewerbesteuer mehr Einnahmen erzielen, wie das Beispiel der nordrhein-westfälischen Stadt Monheim zeigt“, sagte Schupp. Die 40.000 Einwohner zählende Stadt bei Düsseldorf gilt als Steueroase, der es durch das Senken der Gewerbesteuer gelang, sehr viele Betriebe anzulocken. „Und was in Monheim möglich ist, muss auch in Koblenz möglich sein“, sagte Torsten Schupp. Stark kritisierte er die Finanzpolitik des Landes und des Bundes, die Gesetze erlassen, deren Folgen die Kommune im Endeffekt bezahle. „Das kann nicht sein. Zwischen Bund, Land und Kommunen muss gelten: Wer bestellt, der bezahlt.“

Darüber hinaus kam Schupp auch auf die Verkehrssituation und die Schulen der Stadt zu sprechen. Bezüglich der Verkehrsströme regte er einen Ausbau der Seilbahn an. „Warum beispielsweise nicht die Seilbahn über die Bergstation auf dem Festungsplateau hinaus fortführen zu einem großen, kostenfreien Parkplatz bei der Fritsch-Kaserne? Dann könnte der gesamte Westerwald bequem nach Koblenz einpendeln, ohne durch das Nadelöhr Ehrenbreitstein zu müssen“, sagte Torsten Schupp. Und hinsichtlich der Schulpolitik mahnte er eine bessere Ausrüstung an. Man müsse endlich aus der „Kreidezeit hin zu Tablets“, sagte der FDP-Kandidat.

Von unserem Mitarbeiter Peter Karges