Archivierter Artikel vom 25.07.2014, 08:24 Uhr
Koblenz

Für den Abriss muss die Lützeler Vorlandbrücke in Koblenz gestützt werden

Vor dem Abriss der Lützeler Vorlandbrücke kommen jetzt erst einmal ein paar Stützen. Was abwegig klingt, ist aber für die Sicherheit nötig. Denn die finale Prüfung der Statik-Unterlagen hat gezeigt, dass an einigen Stellen Gefahr drohen könnte, wenn die Abrissarbeiten einfach so erfolgen.

Die Prüfung der Statikunterlagen hat aktuell gezeigt: Bevor die Brücke und die Sporthalle abgebrochen werden können, müssen sie erst noch einmal verstärkt werden. In der Sporthalle wird gerade das Fundament für einen Betonpfeiler gegossen.
Die Prüfung der Statikunterlagen hat aktuell gezeigt: Bevor die Brücke und die Sporthalle abgebrochen werden können, müssen sie erst noch einmal verstärkt werden. In der Sporthalle wird gerade das Fundament für einen Betonpfeiler gegossen.
Foto: Doris Schneider

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Zum Beispiel in der Turnhalle. Hier steht einer der Brückenträger, da die Halle damals gezielt gemeinsam mit der Brücke errichtet wurde. Damit die Fahrbahn wie geplant der Länge nach geteilt und die beiden Hälften nacheinander abgerissen und neu gebaut werden können, um die B 9 ständig befahrbar lassen zu können, muss ein neuer Träger eingebaut werden. Denn sonst würde die eine Seite der Brücke, die noch befahren wird, einzustürzen drohen, wenn die andere (Richtung Stadt gesehen rechte) Hälfte abgerissen wird. Im Moment wird ein Fundament in der Sporthalle gegossen, in das dann Schachtringe aufeinandergesetzt und mit Beton ausgegossen werden.

Zwischen den einzelnen Brückenträgern müssen provisorische Träger errichtet werden, damit der Gehweg oben nicht abstürzt, wenn der Bagger ihn „abknabbert“.
Zwischen den einzelnen Brückenträgern müssen provisorische Träger errichtet werden, damit der Gehweg oben nicht abstürzt, wenn der Bagger ihn „abknabbert“.
Foto: Doris Schneider

Auch an anderer Stelle wird abgestützt, erklärt Norbert Wagner, Leiter des Sachgebiets Konstruktiver Ingenieurbau beim Tiefbauamt. Denn jetzt hat sich herausgestellt, dass die Statik beim Abriss nicht mehr stimmt, wenn der Bagger anfängt, die Randkappen oben auf der Brücke abzureißen. Deshalb wird zwischen den etwa 25 Meter entfernt stehenden Trägern immer noch ein provisorischer Träger aufgestellt, um das Arbeitsfeld abzustützen. Ist ein Stück abgerissen, wird der Träger entfernt und beim nächsten Feld wieder aufgestellt.

Im Moment werden die Geländer am Gehweg entfernt. Da der obere Teil einen Stahlkern hat, muss die Stange erst durchgeschnitten werden.
Im Moment werden die Geländer am Gehweg entfernt. Da der obere Teil einen Stahlkern hat, muss die Stange erst durchgeschnitten werden.
Foto: dos

Zurzeit wird das Geländer an der rechten Außenseite der stadteinwärts führenden Fahrbahn demontiert. Da in der oberen Verstrebung ein Stahlkern ist, um im Falle eines Unfalls wirklich auch ein Auto bremsen zu können, müssen die Teile erst in Stücke geteilt werden. Danach werden sie mit einem Bagger abgehoben.

Im Gegensatz zur Ursprungsplanung ist jetzt ein etwas anderes weiteres Vorgehen angedacht. Denn die Bewehrung in der Brücke, die quer zur Fahrbahn wie ein Zugseil wirkt und die Tragkraft des Betons enorm erhöht, ist etwas anders, als die Pläne es vermuten ließen. Deshalb mussten die Planer ein paar Arbeitsschritte umstellen. “Aber am Zeitplan wird das nichts ändern", so Wagner.