Archivierter Artikel vom 10.03.2020, 10:31 Uhr
Koblenz

Fieberambulanz in Koblenz startet holprig: Auch in Mayen gibt es Verzögerungen und Beschwerden

Koblenz/Mayen. Die Fieberambulanz am Stadion Oberwerth ist am Dienstagmorgen holprig gestartet. Einige Menschen stehen beim Besuch unserer Zeitung gegen 8.30 Uhr bei Nieselregen im Freien neben dem Ankunfts- und Wartezelt, beschweren sich, dass die Ambulanz noch nicht geöffnet ist. Auch in Mayen zeigt sich ein ähnliches Bild, als unsere Zeitung dort um 10 Uhr ankommt. Etwa zehn Menschen stehen im Regen, die Eröffnung wurde um eine Stunde nach hinten verschoben, heißt es. Niemand weiß, wo der Eingang ist und warum es nicht losgeht. Um 11.30 Uhr kommen immer mehr Menschen, husten. Dann öffnet die Ambulanz endlich.

Von Katrin Steinert

Fieberambulanz Koblenz
Fieberambulanz Koblenz
Foto: Katrin Steinert

Eine Pressesprecherin der Fieberambulanz Koblenz, Franziska Zimmer, berichtet im Gespräch mit unserer Zeitung, dass am Montag an die Medien kommuniziert worden war, dass die Ambulanzen immer ab 8 Uhr geöffnet sind. „Aber heute, am ersten Tag, sollte diese erst um 10 Uhr öffnen.“ In Mayen wurde dies kurzfristig, wie am Ort zu erfahren ist, auf 11 Uhr verschoben. Die Hintergründe sind bislang unklar.

So beschweren sich die Menschen, die in der Koblenzer Ambulanz warten müssen. Franziska Zimmer sagt: „Das ist ja auch verständlich.“ Viele halten sich im Freiluftwartebereich neben dem Zelt auf, weil an der frischen Luft die Ansteckungsgefahr am Geringsten ist. Kreissprecher Morcinek sagt: “Viele gehen deshalb auch nicht gern freiwillig ins Zelt, weil sie zum einen nicht wissen, ob sie infiziert sind und andere anstecken würden, oder weil sie sich selbst nicht bei Erkrankten anstecken wollen, die vielleicht ebenfalls im Zelt sind."

Pressefrau Zimmer erklärt um 8.30 Uhr in der Koblenzer Ambulanz, dass das medizinische Fachpersonal und die Ärzte bereits am Ort seien und sich umziehen. „Eigentlich sollten bis 10 Uhr noch Testläufe stattfinden, und die Zelte müssen noch geheizt werden“, sagt sie. „Aber wir versuchen, gleich schon loszulegen.“

Fieberambulanz Mayen
Fieberambulanz Mayen
Foto: Andreas Walz

Wie viele Menschen am ersten Tag in den Ambulanzen aufschlagen werden, kann Kreissprecher Damian Morcinek noch nicht absehen. „Die Leute mit Symptomen, die direkten Kontakt zu Menschen hatten, die positiv auf den Coronavirus getestet wurden, sollen direkt in die Fieberambulanz kommen.“

Das ist eine neue Entwicklung. Denn am Montag hieß es noch, dass erst nach Anweisung des Gesundheitsamtes die Menschen in die Ambulanz fahren sollen. Kreissprecher Morcinek erklärt, dass auch Rückkehrer aus Italien, das seit diesem Dienstagmorgen komplettes Corona-Sperrgebiet ist, sich in die Fieberambulanz zur Untersuchung begeben sollen.

Von Katrin Steinert und Jessica Pfeiffer

Weitere Informationen gibt es bei der Corona-Hotline des Gesundheitsamtes Mayen-Koblenz, unter Tel. 0261/108-730.