Archivierter Artikel vom 14.04.2019, 22:00 Uhr
Koblenz/Heilbronn

Buga Koblenz, Buga Heilbronn: Gibt es Ähnlichkeiten?

Heute, Montag, vor acht Jahren hat er gemeinsam mit Bundespräsident Christian Wulff die Buga Koblenz eröffnet. Jetzt ist Hanspeter Faas wieder hier, um Werbung für seine Buga Heilbronn zu machen, die er am Mittwoch gemeinsam mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnen wird. Nach Koblenz ist er richtig gern gekommen, sagt er bei einer Tasse Kaffee im RZ-Gespräch. Koblenz war viele Jahre seine Heimat, Koblenz hat sich mit ihm und durch ihn verwandelt. Das mal wieder zu sehen, macht ihn froh und auch ein bisschen stolz.

Von Doris Schneider
Hanspeter Faas zu Besuch bei der RZ.   Foto: Damian Morcinek
Hanspeter Faas zu Besuch bei der RZ.
Foto: Damian Morcinek

Was in Koblenz geschehen ist, seitdem Faas 2012 in die Buga Heilbronn GmbH gewechselt ist, das verfolgt er noch immer mit Interesse. Und so hat er auch die jüngste Verkehrsmisere mitbekommen, wenn auch nicht hautnah, denn er ist von Heilbronn über die A 61 innerhalb von gut zwei Stunden staufrei hergekommen. Verkehr und Brücken sind auch in seiner neuen Aufgabe eine große Herausforderung. „Aber es ist gelungen, die Bauarbeiten an der großen Autobahnbrücke so zu timen, dass sie für das halbe Jahr Buga sechsspurig befahrbar ist“, sagt er. Die Stadt ist also bereit. Das war in Heilbronn von Anfang an so, anders als in Koblenz, erinnert sich der Buga-Macher an die nicht immer ganz einfachen Anfänge. Das sagt Faas zur:

Buga 2011 Koblenz

Nur mit ganz knapper Mehrheit hatte der Stadtrat sich in Koblenz für die Buga ausgesprochen, die Stimmung war nicht gerade euphorisch, um es vorsichtig zu sagen, „Richtig gekippt ist das, als die Seilbahn im Sommer 2010 fuhr“, sagt Hanspeter Faas. Denn die Seilbahn selbst ist ein absolutes Highlight, schwärmt er noch heute, und sie bringt die bis dahin abgelegene Festung mitten in die Stadt. Die Flächen, die zum Buga-Gelände verbunden wurden, gab es ohnehin schon – Schloss, Blumenhof und die Festung mussten sozusagen nur aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt und sinnvoll verbunden werden. Das ist gelungen – bis heute. Denn auch das ist wichtig: Eine Bundesgartenschau dauert zwar nur ein halbes Jahr, aber sie verändert auf Dauer, wenn sie gut gemacht ist.

Buga 2019 Heilbronn

Die Ausgangsbedingungen in der von Automobilindustrie geprägten Stadt am Neckar waren ganz andere als in Koblenz: Einerseits war die Euphorie hier von Anfang an riesig, andererseits musste das Gelände für die Gartenschau erst noch geschaffen werden. Dazu wurde ein ehemaliges Hafengelände am Neckar, das schon lange nicht mehr als solches genutzt wurde, in eine Landschaft mit zwei künstlichen Seen umgestaltet. Heilbronn hat eine ganz andere Struktur als Koblenz: Auch und vor allem durch die Autoindustrie gibt es einen Migrationshintergrund von 50 Prozent. Nach dem Krieg war die Stadt schnell wieder aufgebaut worden und ist nun auf der Suche nach einer eigenen Identität, berichtet Faas.

Buga 2029 Mittelrheintal

Das Allerwichtigste ist, dass die vielen Gemeinden das Kirchturmsdenken aufgeben, wenn sie gemeinsam eine erfolgreiche Buga 2029 am Mittelrhein auf die Beine stellen wollen, sagt Hanspeter Faas. „Alle sagen, sie sind bereit dazu. Aber das bedeutet, dass man wirklich akzeptieren muss, dass eine große Veranstaltung vielleicht in der Nachbargemeinde und nicht in der eigenen stattfindet.“ Die Buga sieht er aber auch als Riesenchance an: „Eine Buga löst Qualitätsdiskussionen aus, und das kann der eigentlich unglaublich schönen Region sehr guttun.“

Von unserer Redakteurin Doris Schneider

Der Gartenschau-Mann

Hanspeter Faas wird am 28. April 65 Jahre alt – und er ist ein echter Spezialist in Sachen Gartenschauen. So hat der gelernte Gärtner Mitte der 70er-Jahre in Berlin Gartenbau und Landespflege studiert und dann in einem Dachverband für die Internationale Gartenschau 1983 in München sowie für die Gartenschauen in Würzburg 1990, Ingolstadt 1992, Hof 1994, Amberg 1996 und Memmingen 2000 gearbeitet.

Danach hat er die Bundesgartenschau München 2005 mit verantwortet, kam 2006 nach Koblenz, um die Buga 2011 hier maßgeblich zu organisieren. Seit 2012 tut er das Gleiche für die Buga Heilbronn, die jetzt beginnt. Nach dieser Gartenschau will der gebürtige Lörracher, der in Memmingen lebt, „noch ein wenig als Berater tätig sein, aber nicht mehr in der vorderen Reihe“. dos

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