Koblenz/Rheinland-Pfalz

20 Jahre digitales Archiv: Landesbibliothekszentrum feiert seinen Pioniergeist

Staatssekretär Jürgen Hardeck würdigte die damalige Entscheidung, einen Archivserver einzurichten.
Staatssekretär Jürgen Hardeck würdigte die damalige Entscheidung, einen Archivserver einzurichten. Foto: LBZ/Sikora

Seit Jahrhunderten sammeln Landesbibliotheken Veröffentlichungen aus ihrer Region. Aber wer „sammelt“ eigentlich Veröffentlichungen im Internet? Als eine der ersten Einrichtungen in Deutschland war es vor 20 Jahren das Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz (LBZ), das zusammen mit dem Hochschulbibliothekszentrum in Köln (HBZ) einen digitalen Archivserver aufbaute.

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Mit einem Symposium in der Rheinischen Landesbibliothek (RLB) in Koblenz feierte das LBZ das 20-jährige Bestehen des digitalen Archivservers. Neben zahlreichen Fachleuten und Bibliotheksleitern konnte die Leiterin des LBZ, Annette Gerlach, auch den Staatssekretär im Ministerium für Familie, Frauen, Kultur und Integration, Jürgen Hardeck, begrüßen. Dieser würdigte die damalige Entscheidung: „Der Archivserver Edoweb des LBZ hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten maßgeblich dazu beigetragen, landeskundlich relevante Websites und elektronische Pflichtexemplare zu sammeln und dauerhaft für die Nachwelt zugänglich zu machen.„

Der aktuelle Bestand umfasse 2212 Websites, 1998 laufende Zeitschriften, 8848 Monografien und 44.368 Einzelobjekte. “Ich bin überzeugt, dass der Archivserver Edoweb und ähnliche Initiativen einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Vielfalt und Authentizität der digitalen Welt zu bewahren“, so Hardeck. Ende 2003 wurde das neue Angebot unter www.edoweb-rlp.de freigeschaltet. Der Name versteht sich als Akronym und steht für „Elektronische Dokumente und Websites (Rheinland-Pfalz)“. Mittlerweile seien dort laut LBZ weit mehr als 2000 Internetseiten archiviert.

Zukünftige Generationen benötigen ebenfalls die Quellen aus unserer Gegenwart.

Annette Gerlach

Während des Symposiums berichteten Experten über ihre Erfahrungen beim „Einsammeln“ von Informationen von Internetseiten und aus den sogenannten Sozialen Netzwerken. In einer Podiumsdiskussion diskutierten die Teilnehmer die rechtlichen Bedingungen. Im Anschluss fasste Annette Gerlach zusammen: „Wir brauchen gesetzliche Lösungen, die es erlauben, die technischen Möglichkeiten für eine zeitgemäße Nutzung digitaler Sammlungen zu schaffen. Zukünftige Generationen benötigen ebenfalls die Quellen aus unserer Gegenwart. Dazu gehören auch digitale Dokumente und Websites.“